Ein Unternehmen mit einem Börsenwert von knapp 30 Millionen Euro will einen Zukauf für 1,5 Milliarden US-Dollar stemmen. Bei Diginex wächst die Skepsis, ob das ohne massive Verwässerung der bestehenden Aktionäre gelingen kann. Die Frist für den Deal läuft am 31. Juli 2026 ab.
Die Aktie schloss zuletzt bei 1,12 US-Dollar, ein Minus von 5,88 Prozent zum Vortag. Auch auf Wochensicht steht ein Rückgang von 5,88 Prozent zu Buche. Die annualisierte Volatilität von 196,22 Prozent zeigt: Der Markt ist sich extrem unsicher, wie die Übernahme ausgeht.
Die Finanzierungslücke
Diginex will den Marketing-Technologieanbieter Resulticks übernehmen. Resulticks erzielte 2025 einen Umsatz von rund 150 Millionen US-Dollar. Die EBITDA-Marge lag bei 32 Prozent, das jährliche Wachstum der letzten fünf Jahre bei etwa 70 Prozent.
Nach der Übernahme soll das kombinierte Geschäft bis 2027 auf einen Umsatz von bis zu 280 Millionen US-Dollar wachsen. Die Zahlen klingen attraktiv. Das eigentliche Problem liegt woanders: Wie finanziert ein Unternehmen mit Mini-Marktkapitalisierung einen Milliarden-Deal?
Die Parteien arbeiten laut eigenen Angaben noch an der finalen Finanzierungsdokumentation. Details zur konkreten Struktur fehlen bisher.
Mehrere Verzögerungen, ein wachsender Zweifel
Diginex kündigte die Übernahme ursprünglich am 16. April 2026 an. Geplant war eine reine Aktientransaktion zu 1,32 US-Dollar je Diginex-Aktie. Seither verschob das Unternehmen die Frist mehrfach – zuletzt vom 30. Juni auf den 31. Juli 2026.
Diginex hat sich zuletzt strategisch neu ausgerichtet. Im Oktober 2025 kaufte das Unternehmen Matter DK ApS für 13 Millionen US-Dollar. Im Januar 2026 folgte The Remedy Project für 7,6 Millionen US-Dollar.
Gründer und Chairman Miles Pelham hat seit dem Börsengang persönlich 25,4 Millionen US-Dollar in Diginex investiert. Das zeigt Engagement – beantwortet aber nicht die zentrale Frage nach der Finanzierung des deutlich größeren Resulticks-Deals.
Bis zum 31. Juli 2026 muss Diginex die Finanzierungsdokumentation abschließen. Gelingt das nicht fristgerecht, droht eine weitere Verschiebung oder das Scheitern der Transaktion. Wie stark bestehende Aktionäre am Ende verwässert werden, hängt von der konkreten Finanzierungsstruktur ab, die bislang nicht vorliegt.
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