Zwei Ereignisse innerhalb weniger Wochen verschieben die Machtverhältnisse bei Diginex spürbar. Der Zwangsverkauf von 36 Millionen verpfändeten Aktien eines bisherigen Großaktionärs und die anschließende Verlängerung zentraler Warrant-Pakete zeichnen ein klares Bild: Chairman Miles Pelham und sein Vehikel Rhino Cayman bauen ihre Dominanz weiter aus.
Zwangsverkauf räumt Rivalen aus dem Weg
Am 6. März 2026 wurden die 36 Millionen verpfändeten Aktien von Rocky Rai zwangsveräußert, um ein Darlehen über rund 29,8 Millionen US-Dollar vollständig zu tilgen. Rai scheidet damit als bedeutender Gegengewicht in der Aktionärsstruktur aus. Pelham hält über Rhino Cayman inzwischen 172,6 Millionen Diginex-Aktien — zusammen mit seinen persönlichen Anteilen von 4,8 Millionen Aktien entspricht das einer wirtschaftlichen Beteiligung von 58,9 Prozent, bezogen auf 232,6 Millionen ausstehende Stammaktien per 16. März 2026.
Warrants sichern Kontrolle bis 2029
Wenige Wochen nach dem Zwangsverkauf genehmigte das Board am 20. März 2026 die Verlängerung aller vier Rhino-Ventures-Warrants um zwei Jahre. Pelham enthielt sich erwartungsgemäß der Stimme. Die neuen Verfallsdaten erstrecken sich nun von April 2028 bis Januar 2029.
Besonders relevant ist dabei der sogenannte Founders Warrant: Wird er vollständig ausgeübt, entstehen neue Stammaktien in Höhe von 51 Prozent der dann ausstehenden Anteile. Hinzu kommen drei IPO-Warrants über jeweils 18 Millionen Aktien zu Ausübungspreisen zwischen 1,03 und 1,54 US-Dollar. Das Verwässerungspotenzial für Minderheitsaktionäre bleibt damit auf Jahre hinaus eine reale Größe.
Bemerkenswert ist, dass die Diginex-Aktie trotz gelegentlicher strategischer Ankündigungen kaum Auftrieb findet. Zuletzt notierte sie bei 0,57 US-Dollar — weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 39,85 US-Dollar. Pelham erhielt zusätzlich RSUs und PSUs über je 14.164 Aktien, die zwischen 2026 und 2028 unverfallbar werden. Die Eigentümerkonzentration bei Diginex ist damit kein vorübergehendes Phänomen, sondern strukturell auf Jahre angelegt.
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