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Diginex Aktie: Kurs bei 1,45 Dollar vs. 10,56 Deal-Preis

US-Kanzleien prüfen mögliche Falschangaben bei Diginex-Übernahme. Deal-Bewertung liegt weit über Börsenkurs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zwei US-Kanzleien leiten Prüfungen ein
  • Deal-Bewertung übersteigt Börsenwert deutlich
  • Resulticks ist profitabel, Diginex defizitär
  • Aktie verliert in neun von zehn Tagen

Ein Unternehmen mit 43 Millionen Dollar Marktkapitalisierung will ein anderes für 1,5 Milliarden Dollar übernehmen. Dass das Fragen aufwirft, liegt auf der Hand — und nun beschäftigen sich gleich zwei US-Anwaltskanzleien damit.

Die Rosen Law Firm und die Schall Law Firm haben unabhängig voneinander Untersuchungen wegen möglicher Verstöße gegen Wertpapiergesetze eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen mutmaßlich irreführende Angaben rund um die geplante Übernahme des Marketingtechnologie-Unternehmens Resulticks.

Die Lücke zwischen Deal-Preis und Börsenkurs

Der Kern des Problems ist eine krasse Bewertungsdiskrepanz. Diginex hatte Resulticks zu einem Referenzpreis von 1,32 Dollar je Aktie auf Vor-Konsolidierungsbasis bewertet — nach dem zwischenzeitlichen 8-für-1-Aktienzusammenschluss entspricht das bereinigt 10,56 Dollar je Aktie. Am 7. Mai schloss das Papier bei 1,45 Dollar, nach einem Tagesverlust von gut sieben Prozent.

Kein Wunder, dass Investoren alarmiert reagieren. Der implizite Deal-Wert liegt damit um mehr als das Siebenfache über dem tatsächlichen Börsenkurs.

Zwei Unternehmen, völlig verschiedene Realitäten

Resulticks, das Übernahmeziel, erwirtschaftet rund 150 Millionen Dollar Jahresumsatz bei einer EBITDA-Marge von über 30 Prozent — das Unternehmen ist profitabel und skaliert. Diginex kommt auf knapp 4 Millionen Dollar Umsatz und wies zuletzt eine Verlustmarge von 276 Prozent aus.

Das Missverhältnis ist strukturell: Ein verlustreiches Nischenunternehmen will mit eigenen Aktien ein mehrfach größeres, profitables Unternehmen kaufen — und der Markt glaubt dieser Rechnung schlicht nicht.

Strategie-Offensive inmitten des Gegenwinds

Das Management versucht gegenzusteuern. Am 7. Mai veröffentlichte Diginex ein Investor-Interview mit Vizevorsitzendem Lorenzo Romano, in dem die strategische Neuausrichtung erläutert wurde: Vier separate Einheiten — darunter Plan A.Earth und The Remedy Project — sollen zu einer einzigen Technologieplattform für Banken und Vermögensverwalter zusammengeführt werden. Das erklärte Ziel ist ein konsolidierter Umsatz von 280 Millionen Dollar bis 2027.

Technisch bleibt die Lage angespannt. In neun der letzten zehn Handelstage verzeichnete die Aktie Verluste, insgesamt rund 63 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 318,84 Dollar — der aktuelle Kurs ist davon meilenweit entfernt.

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt von Abschlussbedingungen. Für das zweite Quartal hat das Management weitere strategische Details angekündigt — bis dahin dürften die laufenden rechtlichen Untersuchungen das Bild bestimmen.

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Diskussion zu Diginex

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.