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Deutz rüstet auf, CATL knackt Rekorde — BMW feiert auf der Rennstrecke

Deutz und Schaeffler diversifizieren in Rüstung und Robotik, während CATL mit Rekordzahlen und neuer Chassis-Technologie glänzt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Deutz mit Auftragsplus von 41 Prozent
  • CATL erzielt Rekordquartal und gewinnt Togg
  • BMW feiert ersten WEC-Sieg seit 27 Jahren
  • Schaeffler startet Robotik-Serienproduktion

Motorsport-Triumph, Rüstungsoffensive, Natrium-Ionen-Durchbruch: Fünf Auto- und Mobilitätswerte liefern in einer einzigen Woche Schlagzeilen, die weit über das klassische Kerngeschäft hinausreichen. Wer nur auf Absatzzahlen schaut, verpasst die eigentliche Story — denn Deutz baut Panzerantriebe, Schaeffler liefert Roboter-Gelenke, und CATL will das gesamte Fahrzeugchassis neu definieren.

Deutz AG: Auftragsexplosion und der Griff zur Rüstung

Deutz hat das erste Quartal 2026 mit einer Wucht eröffnet, die selbst optimistische Schätzungen übertroffen hat. Die Auftragseingänge schossen um 41,2 % auf 771 Millionen Euro nach oben. Der Konzernumsatz legte um 8,4 % auf 530 Millionen Euro zu, während das bereinigte EBIT um 45,7 % auf 37,3 Millionen Euro kletterte — eine Marge von 7,0 % gegenüber 5,2 % im Vorjahresquartal.

Das Programm „Future Fit“ trägt sichtbar Früchte. Seit Jahresbeginn arbeitet Deutz in fünf eigenständigen Divisionen: Defense, Energy, Engines, NewTech und Service. Zwei davon treiben das Wachstum besonders aggressiv voran. Die Energiesparte peilt bis 2030 einen Umsatz von 500 Millionen Euro an. Die Rüstungssparte, aktuell noch im mittleren zweistelligen Millionenbereich, soll bis zum selben Zeitpunkt rund 300 Millionen Euro erlösen.

Der Einstieg ins Verteidigungsgeschäft wird dabei zunehmend greifbar. Deutz verhandelt über Motorenlieferungen für Rad- und leichte Kettenfahrzeuge, kooperiert mit dem Drohnenspezialisten TYTAN Technologies und prüft eine vertiefte Partnerschaft mit dem Start-up ARX Robotics für unbemannte Fahrzeuge. Die Aktie notiert bei 10,53 Euro — ein Plus von knapp 50 % auf Jahressicht, aber zugleich rund 15 % unter dem 52-Wochen-Hoch. Der RSI von 84,6 signalisiert kurzfristige Überhitzung.

Bankhaus Berenberg hat das Kursziel zuletzt auf 11,00 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bekräftigt. Der Analystenkonsens liegt bei 11,80 Euro. Am 13. Mai steht die Hauptversammlung an — die erste Gelegenheit für Aktionäre, die neue Fünf-Divisionen-Struktur direkt zu hinterfragen.

XPeng: Modellflut für den Massenmarkt

XPeng lässt den chinesischen Zulassungsbehörden kaum Verschnaufpausen. Mit den Modellzulassungen für G9L, L05 und L03 — jeweils in Varianten als reines Elektrofahrzeug und als Range-Extender — signalisiert das Unternehmen eine massive Produktoffensive für die zweite Jahreshälfte. Der L05, ein Mittelklasse-SUV mit 4.870 mm Länge und 183 kW Antriebsleistung, soll die preissensible Mona-Linie erweitern. Der G9L misst bereits 5.120 mm und zielt auf das Oberklasse-Segment.

Im April lieferte XPeng 31.011 Fahrzeuge aus, ein Monatsplus von 13 %. Als Treiber erweist sich das intelligente Fahrsystem VLA 2.0: Die durchschnittliche Entscheidungszeit von Kunden nach einer Probefahrt sank um 44,7 % gegenüber dem Vormonat. Autonomes Fahren verkauft Autos — das ist die klare Botschaft.

International nimmt XPeng Tempo auf. Anfang April rollte der erste in Europa produzierte P7+ im Magna-Werk im österreichischen Graz vom Band — bereits das dritte dort gefertigte Modell nach G6 und G9. Im März startete der Markteintritt in Mexiko, verbunden mit einer Drei-Jahres-Strategie für ganz Lateinamerika.

Die Aktie steht allerdings unter Druck. Bei 13,58 Euro notiert XPeng rund 44 % unter dem 52-Wochen-Hoch und nur knapp über dem Jahrestief. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt mit 17,19 Euro weit entfernt. Die aggressive Modellerweiterung ist also auch eine Flucht nach vorn: Wer bei hartem Wettbewerb Marktanteile gewinnen will, muss das Angebot schneller verbreitern als die Konkurrenz.

CATL: Rekordquartal und der erste Chassis-Export

CATLs Quartalszahlen lesen sich wie ein Branchenrekord. Der Nettogewinn stieg um 48,5 % auf 20,74 Milliarden Yuan. Der Umsatz legte um 52,5 % auf 129,13 Milliarden Yuan zu. Die Hongkong-notierten Aktien sprangen über 10 % auf ein Allzeithoch von 724,50 HK-Dollar, die Shenzhen-Papiere erreichten 460 Yuan.

Die strategisch bedeutsamere Nachricht kam allerdings nicht aus der Bilanz, sondern aus der Türkei. CATL hat seinen ersten Chassis-Kunden außerhalb Chinas gewonnen: Der türkische Autobauer Togg wird die „Bedrock“-Plattform für eine neue B-Segment-Fahrzeugfamilie nutzen. Das System basiert auf CATLs Cell-to-Chassis-Technologie — die Batteriezellen werden direkt ins Chassis integriert und damit zum tragenden Strukturelement. Das Resultat: Die Konstruktion absorbiert bis zu 85 % der Aufprallenergie, verglichen mit rund 60 % bei konventionellen Plattformen, und soll bei einem Crash mit 120 km/h weder brennen noch explodieren.

Auf dem „Super Tech Day“ im April zeigte CATL zudem die dritte Generation der Shenxing-Schnellladebatterie. Die Eckdaten sind bemerkenswert:

  • 10 % auf 80 % Ladung in 3 Minuten und 44 Sekunden
  • Vollladung (10 % auf 98 %) in 6 Minuten und 27 Sekunden
  • Äquivalent zu einer 10C-Laderate mit Spitzenwerten von 15C

Vor Jahresende sollen außerdem Natrium-Ionen-Batterien erstmals in Passagierfahrzeugen zum Einsatz kommen — ein potenzieller Wendepunkt für die gesamte Kostenstruktur der E-Mobilität. In China hielt CATL im ersten Quartal einen Marktanteil von 48,3 % bei installierter Batteriekapazität. Die Aktie notiert bei 446,11 CNY, rund 10 % über dem 50-Tage-Durchschnitt und nur 3 % unter dem 52-Wochen-Hoch.

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BMW: Erster WEC-Sieg seit 27 Jahren, solide Quartalszahlen

Am 9. Mai schrieb BMW Motorsportgeschichte. Beim 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps holte sich der M Hybrid V8 LMDh nicht nur den ersten Sieg in der Top-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft seit 1999, sondern gleich einen Doppelerfolg. Eine mutige Kurzladerategie beim ersten Boxenstopp brachte den Wagen mit Rene Rast, Sheldon van der Linde und Robin Frijns an die Spitze. BMW führt nun sowohl in der Fahrer- als auch in der Herstellerwertung — sieben Punkte vor Toyota. Nächste Station: Le Mans, 10. bis 14. Juni.

Auch finanziell lieferte das erste Quartal solide Zahlen. Die Automotive-EBIT-Marge erreichte 5,0 % und lag damit über den erwarteten 4,7 %. Der freie Cashflow sprang auf 777 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis von 2,3 Milliarden Euro übertraf die Konsensschätzung, obwohl es gegenüber dem Vorjahr um 25 % zurückging.

Belastend wirken die 25-%-Importzölle der USA auf europäische Fahrzeuge, die allein im ersten Quartal rund 1,25 Prozentpunkte an der Automobilmarge kosteten. Das Werk in Spartanburg, South Carolina, federt einen Teil ab. In China bleibt die Lage angespannt — die Verkäufe waren bereits 2025 um 12,5 % gesunken, und BMW erwartet dort vorerst keine Erholung.

Bei 81,64 Euro und einem KGV von 6,5 erscheint die Bewertung niedrig. Der Analystenkonsens liegt bei 91,59 Euro. Am 14. Mai wird die Aktie ex-Dividende gehandelt, mit einer Ausschüttung von 4,40 Euro je Anteil — rund 5,7 % Dividendenrendite auf aktuellem Niveau.

Schaeffler: Gewinnüberraschung und Robotik-Offensive

Schaeffler hat die Erwartungen im ersten Quartal deutlich übertroffen. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,06 US-Dollar — ein Plus von 237 % gegenüber der Konsensschätzung von knapp 0,02 US-Dollar. Der Umsatz erreichte 5.764 Millionen Euro, währungsbereinigt ein leichtes Plus von 1,0 %. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten stieg auf 5,0 % von zuvor 4,7 %.

Innerhalb des Konzerns sticht die E-Mobilitätssparte hervor. Der Umsatz dort wuchs um 6,0 % auf 1.210 Millionen Euro, die EBIT-Marge verbesserte sich von -23,1 % auf -17,8 %. Noch kein Gewinn, aber ein klarer Trend.

Das Thema, das den Earnings Call dominierte, war jedoch ein anderes: humanoide Robotik. Schaeffler hat eigenen Angaben zufolge mit allen strategisch relevanten Akteuren im Bereich humanoider Roboter Gespräche geführt und bereits rund 30 Prototypenaufträge sowie fünf Verträge abgeschlossen. Die erste Serienproduktion ist für das zweite Quartal 2026 geplant, mit Hochlauf über das restliche Jahr in allen relevanten Regionen. Die Robotik-Erlöse sollen ab 2027 spürbar zum Wachstum beitragen.

Für das Gesamtjahr erwartet Schaeffler einen Konzernumsatz von 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro bei einer EBIT-Marge von 3,5 % bis 5,5 %. Der freie Cashflow wird zwischen 100 und 300 Millionen Euro prognostiziert. Die Synergien aus der Vitesco-Übernahme und der wachsende E-Mobilitäts-Anteil sollen die Margen schrittweise verbessern.

Gemeinsame Druckpunkte, unterschiedliche Antworten

Alle fünf Unternehmen stehen unter dem gleichen Strukturdruck — Zölle, der EV-Umbruch, nachlassende China-Nachfrage. Ihre Antworten könnten unterschiedlicher kaum sein:

  • Deutz und Schaeffler nutzen ihre Industriekompetenz, um in Rüstung und Robotik zu diversifizieren
  • BMW setzt auf Marke, Motorsport und die kommende Neue-Klasse-Plattform
  • CATL weitet die Technologieführerschaft von der Zelle über die Schnellladung bis zum kompletten Chassis aus
  • XPeng verfolgt eine aggressive Volumenstrategie mit Modellflut und globalem Fertigungs-Footprint

Schaeffler kalkuliert für 2026 mit einem Rückgang der globalen Leichtfahrzeugproduktion um 1,8 % auf 91,4 Millionen Einheiten. Deutz reicht einen 15-%-Aufschlag für US-Importe direkt an Kunden weiter. BMW absorbiert die Zollkosten — vorläufig.

Fünf Wege durch denselben Sturm

Die nächsten Wochen bringen für jeden der fünf Werte eigene Katalysatoren. Deutz stellt sich am 13. Mai der Hauptversammlung. BMW geht mit Rückenwind nach Le Mans. CATLs Natrium-Ionen-Batterie muss den Sprung ins Serienfahrzeug schaffen. Schaeffler startet die Robotik-Serienproduktion. Und XPengs Modell-Pipeline — G9L, L05, L03 — deutet auf eine Auslieferungswelle im zweiten Halbjahr hin, die das Jahresziel von bis zu 600.000 Einheiten in Reichweite bringen könnte.

Ein Muster zeichnet sich ab: Die Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell am radikalsten umschreiben, erhalten derzeit den größten Vertrauensvorschuss am Markt. Ob Deutz mit Drohnen-Motoren, CATL mit strukturellen Chassis-Batterien oder Schaeffler mit Robotergelenken — das Rennen im Auto-Sektor 2026 wird nicht nur auf der Straße entschieden.

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Diskussion zu Deutz AG

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.