Die Deutz-Aktie hat am Montag ein technisches Signal ausgelöst, das Chartanalysten als langfristig bullisch werten. Das Papier durchbrach die sogenannte Ichimoku-Wolke nach oben – ein Ausbruch, der in der technischen Analyse traditionell als Long-Signal gilt. Auslöser der Bewegung war eine kräftige Erholung von einem Tief bei 8,55 Euro Anfang Juli, von dem aus der Kurs bereits rund 21 Prozent zugelegt hat.
Chartbild zeigt klare Erholungsbewegung
Als nächste Kursmarke nach oben nennen Chartbeobachter das Verlaufshoch aus dem Mai bei 11,60 Euro. Wer der Trading-Idee folgt, sichert sich üblicherweise mit einem Stopp-Loss ab – im aktuellen Fall wird eine Marke von 9,20 Euro genannt, die den bisherigen Erholungstrend im Ernstfall begrenzen soll.
Die Marktdaten stützen das Bild einer Aktie im Aufwind. Aktuell notiert das Papier bei 10,20 Euro, nachdem es allein in den vergangenen sieben Handelstagen um rund zehn Prozent zugelegt hat. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 20 Prozent zu Buche – eine Performance, die Deutz deutlich vor viele DAX-Standardwerte katapultiert hat. Zum 52-Wochen-Hoch bei 12,49 Euro, aufgestellt Ende Februar, fehlen dem Titel derzeit allerdings noch gut 18 Prozent. Der Spielraum bis zur bisherigen Bestmarke bleibt also beachtlich, selbst wenn das kurzfristige Kursziel der Chartanalyse erreicht würde.
Konjunkturklima hellt sich auf
Der Rückenwind für Industrietitel wie Deutz kommt auch aus der Makro-Perspektive. Das ifo-Geschäftsklima ist im Juli den dritten Monat in Folge gestiegen, auf 86,6 Punkte nach 85,7 im Juni – getrieben vor allem von verbesserten Erwartungen, während die aktuelle Lage laut den Instituten noch verhalten bleibt. Das Bundeswirtschaftsministerium spricht von einer leichten Aufhellung der deutschen Wirtschaft zur Jahresmitte, begünstigt auch durch nachgebende Ölpreise infolge der Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran. Für exportorientierte Industriewerte wie Deutz ist ein stabileres konjunkturelles Umfeld tendenziell unterstützend, auch wenn Commerzbank-Ökonomen den jüngsten ifo-Anstieg wegen des zwischenzeitlichen Ölpreissprungs über 100 US-Dollar je Barrel nur bedingt als aussagekräftig einstufen.
Charttechnik trifft auf breiteres Börsenumfeld
Auch der DAX selbst befindet sich in einer robusten Verfassung: Nach dem Allzeithoch bei 25.907 Punkten Anfang Juli und einer anschließenden Konsolidierungsphase deuten mehrere technische Indikatoren auf eine mögliche Fortsetzung des Aufwärtstrends hin. Ein insgesamt freundliches Marktumfeld kann Nebenwerten wie Deutz zusätzlichen Auftrieb geben, wenn Anleger wieder bereit sind, in zyklische Industrietitel zu investieren.
Für die Deutz-Aktie bleibt damit die Kombination aus charttechnischem Kaufsignal und sich aufhellendem Konjunkturbild der bestimmende Faktor der laufenden Woche. Ob der Ausbruch über die Ichimoku-Wolke tatsächlich den Weg zum Mai-Hoch bei 11,60 Euro ebnet, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen – die Volatilität des Titels von rund 40 Prozent auf Jahressicht signalisiert jedenfalls, dass größere Kursausschläge in beide Richtungen möglich bleiben.
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