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Deutz: Future Fit bringt zehn Prozent mehr

Deutz schließt Sparprogramm „Future Fit“ mit über 55 Millionen Euro Einsparungen ab. Der Motorenhersteller peilt nun neues Wachstum in den Bereichen Defense und Energy an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Sparprogramm übertrifft Erwartungen um zehn Prozent
  • Engines-Segment wieder profitabel
  • Auftragsbestand steigt um 41 Prozent
  • Freier Cashflow bleibt negativ

Deutz hat sein Effizienzprogramm abgeschlossen. Das Ziel: ein stabiles Fundament für profitables Wachstum. Das Vorhaben übertraf sogar die eigenen Erwartungen.

„Future Fit“ bringt mehr als geplant

Ursprünglich sollte das Sparprogramm „Future Fit“ 50 Millionen Euro einbringen. Am Ende waren es rund zehn Prozent mehr. Das bestätigte CFO Oliver Neu.

Mehr als 40 Millionen Euro der Einsparungen entfallen auf das Engines-Segment. Der Bereich für klassische Motoren schreibt wieder schwarze Zahlen – und zwar deutlich. Das Konzernergebnis kletterte von minus zehn auf knapp 22 Millionen Euro. Je Aktie verdoppelte sich das bereinigte Ergebnis auf 0,18 Euro.

Die Aktie reagierte verhalten positiv, notiert aktuell bei 9,87 Euro – ein Plus von 1,65 Prozent.

Hohe Aufträge, aber Kasse leidet

Der Auftragsbestand liegt bei 738,6 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg von 41,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. 145 Millionen Euro davon stammen aus der Übernahme des Notstromanlagenbauers Frerk Aggregatebau.

Organisch legte der Auftragseingang immerhin um knapp 15 Prozent zu. Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 530 Millionen Euro, das bereinigte EBIT um 45,7 Prozent.

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Ein Problem bleibt jedoch: Der freie Cashflow rutschte auf minus 7,2 Millionen Euro ab. Grund sind auftragsbedingt höhere Vorräte und Abfindungen aus dem Sparprogramm.

Neue Wachstumspfeiler stehen

Mit dem Abschluss des Sparprogramms richtet Deutz den Blick nach vorne. Bis 2030 soll das Defense-Segment rund 300 Millionen Euro Umsatz beisteuern, das Energy-Segment sogar 500 Millionen Euro. Beide sind weniger abhängig von klassischen Maschinenbauzyklen.

Die Basis dafür bildet die Frerk-Akquisition. Der Systemintegrator für Notstromanlagen ist stark im Rechenzentren-Segment aufgestellt. Deutz erwartet dadurch zusätzliche profitable Umsätze von rund 100 Millionen Euro.

Parallel dazu stellte das Unternehmen Anfang Mai eine neue Markenidentität vor. „Next DEUTZ“ positioniert den Konzern breiter. Fünf Geschäftsbereiche – Defense, Energy, Engines, NewTech und Service – erhalten eigene Sub-Marken unter der Dachmarke.

Prognose bestätigt, Cashflow bleibt Risiko

Für 2026 erwartet Deutz weiterhin einen Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBIT-Marge von 6,5 bis 8,0 Prozent. Mittelfristig peilt der Vorstand rund vier Milliarden Euro Umsatz bis 2030 an.

Der negative Cashflow trübt das Bild. Im August folgt der Halbjahresbericht. Dann zeigt sich, ob der hohe Auftragsbestand in mehr Umsatz und bessere Margen mündet – und ob das Sparprogramm seine volle Wirkung entfaltet.

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Diskussion zu Deutz AG

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.