Rechenzentren fressen Strom. Fällt das Netz aus, müssen Notstromaggregate sofort einspringen. Davon profitiert nun ein Kölner Traditionskonzern. Die Deutz AG reitet auf der Welle der Künstlichen Intelligenz (KI) mit. Der Hersteller von Antriebssystemen erwartet einen massiven Nachfrageschub aus der Tech-Branche.
Ein lukratives Standbein
Spartenchef David Evans gibt eine klare Richtung vor. Das Energiegeschäft soll in den nächsten fünf Jahren einen Umsatz von über einer Milliarde Euro erzielen. Das entspricht einer Verdreifachung des aktuellen Niveaus. Der Grund: KI-Datenzentren treiben den Bedarf an verlässlichen Notstromsystemen massiv an.
Dieser strategische Fokus füllt bereits die Auftragsbücher. Das erste Quartal lieferte starke Zuwächse. Der Auftragseingang sprang um gut 41 Prozent auf 771 Millionen Euro. Auch der Konzernumsatz kletterte auf 530 Millionen Euro.
Der Gewinn zog noch deutlicher an. Das operative Ergebnis verbesserte sich um fast 46 Prozent. Es lag bei rund 37 Millionen Euro. Die bereinigte Marge stieg damit auf sieben Prozent. Deutz-Chef Sebastian Schulte lobt den Beitrag der neu erschlossenen Geschäftsfelder Energie und Verteidigung.
Umbau geht voran
Mit der hauseigenen Strategie treibt das Management den Wandel zu alternativen Antrieben voran. Pünktlich zum Juli ordnete der Konzern seine Tochtergesellschaften neu. Die Einheiten für Batteriesysteme und elektrifizierte Antriebe firmieren nun unter dem Namen NewTech. Das bündelt Software-Know-how und Hardware unter einem Dach.
An der Börse honorieren Investoren den Kurs. Die Aktie beendete die Woche bei 9,21 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von knapp sieben Prozent auf der Anzeigetafel. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 12,49 Euro bleibt jedoch noch ordentlich Luft nach oben.
Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 45 aktuell eine neutrale technische Ausgangslage. Hält die operative Dynamik im Motoren- und Energiegeschäft an, rückt der gleitende 100-Tage-Durchschnitt bei gut 10 Euro schnell wieder in den Fokus.
