Warburg Research hat am heutigen Dienstag das Kursziel für die Deutz-Aktie von 13,20 Euro auf 19,00 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Die Analysten begründen den Schritt mit der strategischen Transformation des Kölner Unternehmens zum Rüstungsakteur durch den Zukauf der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft.
Insider kauft, Analysten folgen
Erst vor wenigen Tagen hatte Aufsichtsratsmitglied Patricia Geibel-Conrad nach einer Pflichtmitteilung gemäß Paragraf 15a WpHG 8.000 Deutz-Aktien zu einem Durchschnittskurs von 12,89 Euro über die Börse Xetra erworben, ein Gesamtvolumen von gut 103.000 Euro. Solche Käufe aus dem Kontrollgremium gelten am Markt häufig als Signal für Vertrauen in die eigene Strategie – und passen ins Bild der jüngsten Kursziel-Anhebung.
Die Deutz-Aktie notiert aktuell bei 12,60 Euro und damit knapp drei Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,98 Euro, das erst kürzlich erreicht wurde. Der Blick auf die Entwicklung der vergangenen Wochen zeigt die Dynamik: Innerhalb von 30 Tagen legte das Papier um 28 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 48 Prozent.
FFG als Werttreiber
Den Kern der neuen Bewertung bildet die Übernahme von FFG, die die Hauptversammlung am vergangenen Sonntag mit einer Zustimmungsquote von 99,7 Prozent billigte. Das Gesamtvolumen des Deals beläuft sich auf 1,6 Milliarden Euro, finanziert unter anderem über eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage. Die bisherigen FFG-Eigentümer erhalten dadurch bis zu 29,9 Prozent der Anteile an Deutz und werden damit zu neuen Ankeraktionären.
Vorstandsvorstand Sebastian Schulte hatte die Übernahme bereits als „Game-Changer“ für das Verteidigungsgeschäft bezeichnet und für die neue Tochtergesellschaft schon für 2027 einen Umsatz von über einer Milliarde Euro bei einer operativen Marge von mehr als 20 Prozent in Aussicht gestellt. Genau diese Perspektive dürfte den Analysten von Warburg Research als Grundlage für die deutliche Anhebung des Kursziels gedient haben.
Operatives Geschäft liefert Rückenwind
Die fundamentale Basis für die positive Einschätzung liefert auch das laufende Geschäft. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Konzernumsatz um 12,97 Prozent auf 585,30 Millionen Euro, wenngleich das Ergebnis je Aktie von 0,13 Euro im Vorjahr auf 0,08 Euro sank.
Für das erste Halbjahr meldete Deutz einen Anstieg der Neuaufträge um 28,7 Prozent auf 1.331,3 Millionen Euro und ein Umsatzwachstum von 10,7 Prozent auf 1.115,3 Millionen Euro. Das Effizienzprogramm „Future Fit“ trug dazu bei, das bereinigte EBIT um über 40 Prozent zu steigern.
Für die Übernahme selbst ist der regulatorische Weg bereits frei: Das Bundeskartellamt hatte die fusionskontrollrechtliche Freigabe erteilt, sodass rechtliche Hürden für den Zusammenschluss nicht mehr bestehen.
Die Kombination aus wachsendem Auftragsbestand, dem Einstieg ins Verteidigungsgeschäft und nun auch der positiven Analystenreaktion verschafft der Aktie derzeit erheblichen Rückenwind – wobei der stark erhöhte RSI-Wert von 75 signalisiert, dass die jüngste Rally bereits weit fortgeschritten ist.
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