Deutz sucht neue Wachstumsmärkte abseits des klassischen Motorengeschäfts. Der Kölner Motorenbauer präsentierte seine neue Business Unit Energy erstmals auf der Fachmesse Electric & Power Indonesia, die vom 2. bis 6. September in Jakarta läuft. Damit setzt das Unternehmen einen strategischen Fußabdruck im südostasiatischen Energiemarkt.
Neue Sparte mit Auslandsfokus
Die Business Unit Energy ist ein vergleichsweise junger Geschäftsbereich innerhalb des Konzerns. Mit dem Auftritt in Jakarta signalisiert Deutz, dass die Sparte nicht nur national, sondern international wachsen soll.
Bereits Ende August war die Teilnahme an der Messe angekündigt worden, verbunden mit der Ankündigung, im südostasiatischen Raum stärker Präsenz zu zeigen. Details zu konkreten Produkten oder Auftragsvolumina aus Jakarta liegen bislang nicht vor, die Messe läuft noch bis zum 6. September.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der Deutz ohnehin im Umbruch steckt. Erst vor gut einer Woche billigte die außerordentliche Hauptversammlung mit 99,7 Prozent Zustimmung die Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG), nachdem das Bundeskartellamt die Transaktion bereits genehmigt hatte.
Der als rund 1,6-Milliarden-Euro-Deal beschriebene Zukauf soll FFG vollständig in den Deutz-Konzern integrieren und eröffnet nach Einschätzung von Beobachtern Synergiepotenziale im Wehrtechnik- und Motorengeschäft. Seit der Zustimmung der Aktionäre hat sich der Kurs um 3,1 Prozent zurückgebildet, nachdem er zuvor kräftig zugelegt hatte.
Kurszielanhebung als weiterer Baustein
Erst gestern hatte Warburg Research das Kursziel für die Aktie von 13,20 Euro auf 19 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Als Begründung nannten die Analysten unter anderem die FFG-Übernahme und mögliche Synergien im Wehrtechnik- und Motorenbereich. Der Kurs reagierte am Donnerstag mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 12,44 Euro.
Für Anleger ergibt sich damit ein Bild aus mehreren parallelen Entwicklungslinien: Auf der einen Seite die margenträchtige FFG-Integration mit ihrer Kursziel-Fantasie, auf der anderen Seite der Versuch, mit der Energy-Sparte ein zweites Standbein außerhalb des angestammten Kerngeschäfts aufzubauen.
Beide Stränge sind unabhängig voneinander zu bewerten, könnten sich aber langfristig ergänzen, sollte Deutz seine Antriebs- und Energietechnologie erfolgreich in neue Märkte wie Südostasien tragen.
Der Auftritt in Jakarta selbst bringt zunächst keine harten Zahlen, doch er markiert einen weiteren Schritt in der internationalen Ausrichtung der neuen Sparte. Ob daraus konkrete Aufträge erwachsen, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen, wenn die Messe ausgewertet ist und mögliche Folgegeschäfte bekannt werden.
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