Die Deutz-Aktie hat in den ersten Handelstagen des neuen Jahres kräftig zugelegt und ein neues Hoch seit 2007 markiert. Getrieben wird der Titel von starken Zahlen, Spekulationen um Rüstungsaufträge und einer strategischen Neuausrichtung. Entscheidend ist nun, ob dieses Zusammenspiel die aktuelle Bewertung rechtfertigt.
Am Freitag legte die Aktie um 3,5 % auf 10,90 Euro zu. Mit rund 1,56 Millionen gehandelten Papieren lag das Volumen mehr als das Vierfache über dem Durchschnitt (+371 %). Seit Jahresbeginn ergibt sich damit ein deutlicher Kurssprung.
Wichtige Fakten im Überblick:
- Kursanstieg seit 2. Januar: ca. +26 % (von 8,65 auf über 10,90 Euro)
- 52-Wochen-Spanne: 4,41 bis 10,97 Euro
- Jahresperformance 2025: +147 %
- Marktkapitalisierung: rund 1,5 Mrd. Euro
- KGV: 28,5
- 50-Tage-Durchschnitt: 8,45 Euro
- 200-Tage-Durchschnitt: 8,59 Euro
Der Kurs notiert klar über beiden gleitenden Durchschnitten. Charttechnisch unterstreicht das den etablierten Aufwärtstrend.
Rüstungsfantasie und Energieausbau als Treiber
Zu Jahresbeginn sorgten Spekulationen über zusätzliche Rüstungsaufträge für einen deutlichen Kursschub. Deutz liefert Motoren für militärische Anwendungen, wovon das Unternehmen in einem Umfeld steigender Verteidigungsausgaben profitieren könnte. Die geopolitische Lage in Europa lenkt verstärkt Aufmerksamkeit auf deutsche Rüstungswerte – Deutz wird in diesem Zusammenhang mit wahrgenommen.
Parallel stärkt der Konzern sein Energiegeschäft. Im Dezember 2025 kündigte Deutz die Übernahme der Frerk Aggregatebau GmbH an, einem europäischen Anbieter von High-End-Notstromsystemen für kritische Infrastrukturen wie Rechenzentren.
Die Eckdaten der Transaktion:
- Zusätzliche profitable Umsätze: rund 100 Mio. Euro pro Jahr
- Zielumsatz Energiegeschäft bis 2030: ca. 500 Mio. Euro
- Kaufpreis: oberer zweistelliger Millionenbetrag
Damit verfolgt Deutz eine klare Wachstumsstrategie in einem strukturell wachsenden Segment.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Deutz AG?
Neue Struktur, starker Auftragseingang
Zum 1. Januar 2026 hat Deutz seine Organisation grundlegend neu geordnet. Künftig arbeitet das Unternehmen mit fünf eigenständigen Geschäftsbereichen:
- Defense (Marco Herre)
- Energy (David Evans)
- Engines (Markus Villinger)
- NewTech (Bert van Hasselt)
- Service (Andreas Schmidt)
Die neue Struktur soll mehr Entscheidungs tempo und höhere Kundennähe ermöglichen. Im Zuge der Umstellung schied COO Dr. Petra Mayer zum Jahresende 2025 aus dem Vorstand aus.
Rückendeckung erhält der Kurs auch von den zuletzt veröffentlichten Zahlen. Die Neunmonatszahlen vom November 2025 zeigten:
- Zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang
- Auftragseingang Q3: 470,4 Mio. Euro
- Umsatzanstieg auf rund 1,5 Mrd. Euro, ein Plus von etwa 15 %
Die breitere Aufstellung des Unternehmens spiegelt sich damit bereits in einer steigenden Nachfrage wider.
Bewertung und Analystenziele
Mit einem KGV von 28,5 preist der Markt inzwischen ein spürbares Wachstum ein. Die Analysten hatten den Spielraum nach oben bereits vor dem jüngsten Kursanstieg eher begrenzt gesehen:
- Berenberg-Empfehlung (November 2025): „Buy“
- Kursziel Berenberg: 10 Euro
- Durchschnittliches 12-Monats-Kursziel: 10,73 Euro
- Spanne der Kursziele: 10 bis 12 Euro
Mit dem aktuellen Kurs von 10,90 Euro liegt die Aktie bereits über dem Durchschnitt der Kursziele und hat einen Teil der Analystenerwartungen vorweggenommen.
Fazit: Aufschwung mit Rückenwind
Die Aktie profitiert derzeit von mehreren positiven Faktoren zugleich: starkem Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang, einer klaren strategischen Neuausrichtung und zusätzlicher Fantasie durch Rüstungs- und Energiegeschäfte. Gleichzeitig signalisiert das erhöhte Bewertungsniveau, dass ein Teil dieser Erwartungen bereits im Kurs steckt. Entscheidend für die weitere Entwicklung werden die nächsten Zahlen und Fortschritte im Energie- und Defense-Geschäft im laufenden Jahr sein.
Deutz AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutz AG-Analyse vom 18. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Deutz AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutz AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutz AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
