Deutz steht vor einem wichtigen Stichtag. Am 7. Mai präsentiert der Kölner Motorenhersteller seine Quartalszahlen. Erstmals berichtet das Management nach der neuen Struktur mit fünf Sparten. Investoren blicken genau auf die frischen Daten. Sie wollen wissen, ob der Umbau in Richtung Militärtechnik und KI-Notstromversorgung bereits greift.
Die Aktie notiert aktuell bei 9,53 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von knapp 40 Prozent auf der Anzeigetafel. Kürzlich kühlte der Kurs jedoch etwas ab und rutschte unter die 50-Tage-Linie.
Militärgeschäft rückt in den Fokus
Neben dem Energiebereich spielt die Rüstungssparte eine zentrale Rolle. Deutz will in höhere Leistungsklassen vordringen. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris plant das Unternehmen im Sommer die Vorstellung eines 800-Kilowatt-Motors. Dieser Antrieb zielt auf schwere Plattformen wie Kampfpanzer ab. Bislang endete das Portfolio bei 600 Kilowatt. Das Ziel: Bis zum Ende des Jahrzehnts peilt die Defense-Division einen Umsatz von 300 Millionen Euro an.
Wachstum ohne eigene Fabriken
Parallel dazu setzt das Management auf kapitalschonendes Wachstum in Asien. Deutz hat eine Lizenzkooperation mit dem indischen Hersteller TAFE Motors vereinbart. Die Inder fertigen künftig bis zu 30.000 Landwirtschaftsmotoren pro Jahr. Deutz spart sich so den teuren Aufbau eigener Produktionskapazitäten.
Intern trimmt das Programm „Future Fit“ den Konzern auf Effizienz. Bis Ende 2026 sollen die Kosten um mehr als 50 Millionen Euro sinken. Die Rolle des operativen Vorstands hat das Unternehmen im Zuge der Neuorganisation bereits gestrichen.
Wenige Tage nach dem Quartalsbericht geht es direkt weiter. Am 13. Mai stimmt die Hauptversammlung über die Gewinnbeteiligung ab. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 0,18 Euro je Aktie vor. Dann muss das Management auch belegen, dass das Jahresziel von bis zu 2,5 Milliarden Euro Umsatz erreichbar bleibt.
