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Symbolbild, KI-generiert

Deutsche Verbraucherpreise steigen auf 3,3 Prozent

Höhere Energiekosten treiben die Teuerung, während Kernrate und Lebensmittelpreise vergleichsweise stabil bleiben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,3 Prozent gestiegen
  • Energie und Kraftstoffe 14,9 Prozent teurer
  • Kernrate bleibt bei 2,4 Prozent
  • EZB-Zinserhöhung auf 2,75 Prozent möglich

Die Inflation in Deutschland zieht nach Monaten der Entspannung wieder an. Im September kletterten die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,3 Prozent, vor allem getrieben von teurer Energie. Damit erreicht die Teuerungsrate den höchsten Stand seit Dezember 2023. Der unerwartet kräftige Anstieg beendet den jüngsten Abwärtstrend und bringt die Währungshüter wieder in Zugzwang.

Der Hauptgrund für den Preisschub liegt auf den Rohstoffmärkten. Die Eskalation rund um den Iran und Sorgen um Seerouten trieben den Preis für ein Barrel Brent-Öl zeitweise über die Marke von 100 Dollar. In der Folge kletterten auch die Kraftstoffpreise an den heimischen Zapfsäulen auf neue Höchststände.

Geteiltes Bild bei Energie und Kernrate

Für Kraftstoffe und Haushaltsenergie zahlten Verbraucher im September 14,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise ausblendet, verharrte parallel dazu bei 2,4 Prozent. Nahrungsmittel verteuerten sich derweil um lediglich 0,4 Prozent. Die Teuerungswelle erfasst die Breite der Wirtschaft somit bisher nur selektiv.

Allerdings wächst der Druck auf die Lieferketten. Bereits im August verteuerten sich die deutschen Importpreise um gut acht Prozent. Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass Unternehmen diese gestiegenen Kosten zeitverzögert an ihre Kunden weiterreichen.

Zinsdruck auf die Notenbank wächst

Ab dem 1. Oktober soll zunächst ein staatlicher Tankrabatt für spürbare Entlastung sorgen. Bis zum Jahresende sinkt die Steuer auf Kraftstoffe um rund 17 Cent je Liter. Ein solcher Eingriff verschafft den Verbrauchern zwar eine Atempause, beseitigt die Ursachen des Preisanstiegs an den Rohstoffmärkten jedoch nicht.

Auf europäischer Ebene rückt deshalb die Geldpolitik wieder in den Mittelpunkt. Um eine Verfestigung der Inflation über dem Zielwert von 2,0 Prozent zu verhindern, halten Ökonomen eine Fortsetzung des Straffungskurses für plausibel. Die Europäische Zentralbank könnte ihren Einlagenzins vor Jahresende nochmals auf 2,75 Prozent heraufsetzen.

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.