Zinsen und Verfallstag verstärken den Verkaufsdruck
Ein schwaches Branchenumfeld hat die Aktie der Deutschen Telekom am Freitag spürbar belastet. Im Xetra-Handel verzeichnete das Papier einen Rückgang um 4,1 Prozent auf einen Schlusskurs von 27,15 Euro. Damit zählte der Bonner Konzern zu den größten Verlierern des Handelstages.
Als wesentlicher Auslöser der sektorweiten Abgaben galt Medienberichten zufolge eine Abstufung des französischen Konkurrenten Orange, die den gesamten europäischen Telekommunikationssektor erfasste und bei Anlegern für Verunsicherung sorgte.
Laut Reuters trugen neben der Entwicklung bei Orange auch steigende Anleiherenditen zu der Zurückhaltung der Marktteilnehmer bei. Da Telekommunikationskonzerne an den Kapitalmärkten traditionell als defensive und vergleichsweise dividendenstarke Anlagen gelten, reagieren ihre Anteilsscheine typischerweise empfindlich auf anziehende Zinsen an den Rentenmärkten.
Verstärkt wurde die Abwärtsbewegung zudem durch den großen Verfallstag an den Terminbörsen, der am Freitag das gesamte Handelsgeschehen mit zusätzlicher Schwankungsbreite prägte.
Belastungen an den europäischen Aktienmärkten
Die Kursverluste des Bonner Telekomkonzerns standen im Kontext eines allgemein schwachen europäischen Börsentages. Der europäische Leitindex STOXX 600 verbuchte breite Verluste, die maßgeblich von Automobil- und Telekomaktien angeführt wurden. Neben den Zinsentscheidungen mehrerer großer Notenbanken prägten vor allem die Entwicklung der internationalen Ölpreise sowie geopolitische und politische Unsicherheiten die Stimmung der Marktteilnehmer.
Zusätzlich rückten grundlegende strukturelle Belastungsfaktoren der europäischen Telekombranche in das Blickfeld der Investoren. Medienberichten zufolge belasten eine steigende Verschuldung sowie politische Unsicherheiten die Unternehmen des Sektors spürbar. Hinzu kommt ein verschärfter Wettbewerb im spanischen Markt, der die Ertragskraft der etablierten Netzanbieter vor Herausforderungen stellt und die Bewertung der Branche insgesamt dämpft.
Gedämpfte Dynamik nach früheren Impulsen
Der jüngste Kursrückgang dämpft die positiven Impulse früherer Wochen. Vor gut drei Wochen baute der Investor Elliott eine Beteiligung an der Deutschen Telekom auf; seither gab der Kurs um 4,1 Prozent nach. Auch das vor über einem Monat aufgelegte Aktienrückkaufprogramm konnte den jüngsten Abwärtstrend im Sektor nicht nachhaltig stoppen, seither verlor das Papier 3,6 Prozent an Wert. Der Kurs liegt damit 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
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