Die Telekom liefert starke Zahlen und eine frische Hochstufung durch Fitch. Trotzdem fallen die Kurse. Bei der Deutschen Telekom klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Die Aktie handelt bei 26,15 Euro. Damit trennen sie nur noch knapp zwei Prozent vom 52-Wochen-Tief. Ausgerechnet jetzt fällt ein zentraler Käufer im Markt weg.
Aktienrückkauf pausiert
Am heutigen Freitag endet die zweite Tranche des laufenden Aktienrückkaufprogramms. Bis zu 550 Millionen Euro flossen seit April in eigene Papiere. Der Konzern erwarb knapp 17 Millionen Aktien.
Allein in der vergangenen Woche kaufte die Telekom 1,65 Millionen Anteilscheine zurück. Mit dem Auslaufen fehlt ab Juli eine verlässliche Nachfrage. Für das Gesamtjahr 2026 plant das Management Rückkäufe im Wert von bis zu zwei Milliarden Euro.
Wann eine dritte Tranche startet, ist bislang offen. Das Unternehmen zieht den Großteil der erworbenen Aktien ein. Das erhöht den Gewinn je verbleibender Aktie.
Fusionsgerüchte belasten den Kurs
Der entscheidende Belastungsfaktor ist ein Bericht des Wall Street Journals. Demnach laufen frühe Gespräche über eine neue multinationale Holdinggesellschaft. Diese Struktur würde die Deutsche Telekom mit ihrer US-Tochter T-Mobile US zusammenführen. Geplant wäre offenbar ein reines Aktientauschangebot.
Das Modell erinnert an die Doppelnotierung von Linde und Praxair. Die Folge: Investoren reagieren nervös. Sie fürchten regulatorische Hürden und eine mögliche Verwässerung ihrer Anteile.
Die deutsche Bundesregierung und die KfW halten zusammen rund 28 Prozent der Telekom-Aktien. Berlin müsste einem Deal zwingend zustimmen.
Operative Stärke verpufft
Die Kursschwäche steht im starken Kontrast zum operativen Geschäft. Im ersten Quartal stieg das bereinigte operative Ergebnis um 7,5 Prozent. Es erreichte 11,5 Milliarden Euro. Daraufhin hob der Vorstand die Jahresziele an.
Auch die Ratingagentur Fitch lobt die Entwicklung. Sie hob die Bonität der Telekom kürzlich auf die Note A- an. Die Analysten verweisen auf die starke Cash-Generierung im US-Geschäft.
Bis 2027 peilt der Konzern 15 Milliarden Euro an überschüssigem Cashflow an. Die Börse ignoriert diese Erfolge komplett. Auf Sicht von 30 Tagen verlor die Aktie über elf Prozent an Wert. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 31,7 einen fast überverkauften Zustand.
Auf der Personalseite herrscht mittlerweile Planungssicherheit. Das Management einigte sich Ende Mai mit der Gewerkschaft ver.di auf einen neuen Tarifvertrag. Dieser läuft bis Ende 2028. Der Vertrag bringt Lohnsteigerungen von insgesamt 8,5 Prozent. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.
Nächste Impulse im August
Den nächsten harten Datenpunkt liefert der 6. August 2026. Dann präsentiert die Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal. Liefert das Management keine klärenden Worte zu den US-Fusionsgerüchten, dürfte die Unsicherheit den Kurs weiterhin deckeln.
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