Wochenlang kauft die Deutsche Telekom fleißig eigene Aktien zurück. Trotzdem notiert der Kurs rund 19 Prozent unter dem Februarhoch — weil eine mögliche Megafusion mit T-Mobile US die Stimmung belastet.
Rückkäufe laufen, Kurswirkung bleibt aus
Zwischen dem 8. und 12. Juni erwarb der Konzern rund 1,6 Millionen eigene Aktien zu durchschnittlich 27,90 Euro. Das Wochenvolumen: etwa 45 Millionen Euro. Seit Programmstart am 2. April summiert sich der Rückkauf auf 15,3 Millionen Aktien.
Die laufende zweite Tranche umfasst bis zu 550 Millionen Euro und läuft Ende Juni aus. Das Gesamtprogramm für 2026 ist auf bis zu zwei Milliarden Euro ausgelegt. Der überwiegende Teil der Aktien soll eingezogen werden — das erhöht rechnerisch den Gewinn je Aktie.
An der Börse verpufft der Effekt. Die Aktie liegt aktuell bei 27,73 Euro, rund vier Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,98 Euro.
Fusionsfantasie als Belastung
Am 11. Juni verlor die Telekom-Aktie mehr als drei Prozent. Auslöser war ein Bericht des Wall Street Journal: Der Konzern prüft demnach eine Vollverschmelzung mit T-Mobile US über eine neue Holdinggesellschaft. Das Konstrukt würde ein reines Aktientauschangebot für beide börsennotierten Unternehmen vorsehen.
Die Deutsche Telekom hält bereits etwas mehr als 53 Prozent an T-Mobile US. T-Mobile ist inzwischen für mehr als 70 Prozent des Börsenwerts der Deutschen Telekom verantwortlich — die US-Tochter ist längst der eigentliche Konzernmotor.
Allerdings sind erhebliche Hürden zu nehmen. Bundesregierung und KfW halten zusammen rund 28 Prozent an der Deutschen Telekom. Ihre Zustimmung ist alles andere als sicher. US-Wettbewerbsbehörden müssten ebenfalls grünes Licht geben.
Solide Basis, klare Ziele
Das operative Geschäft liefert unterdessen stabile Zahlen. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz organisch um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL stieg um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro.
Daraufhin hob der Vorstand die Jahresziele an. Für 2026 erwartet das Management ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro und einen Free Cashflow AL von mehr als 19,8 Milliarden Euro. T-Mobile US steuerte dazu im ersten Quartal ein Serviceumsatzwachstum von 11,3 Prozent bei.
Tarifabschluss kurz vor dem Ziel
Ende Mai einigten sich ver.di und die Telekom auf einen Tarifvertrag mit 33 Monaten Laufzeit bis Ende 2028. Rund 60.000 Beschäftigte profitieren davon. Die ver.di-Tarifkommission stimmte dem Paket bereits einstimmig zu — die formale Ratifizierung am 19. Juni gilt als Formsache. Scheitert sie dennoch, würde das den Personalkosten-Ausblick neu belasten.
Bis dahin bleibt die Fusionsfrage der dominante Kurstreiber. Wie Bundesregierung und KfW auf ein konkretes Angebot reagieren, dürfte die Richtung vorgeben — in die eine wie in die andere.
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