Die Deutsche Telekom startet mit Rückenwind ins neue Börsenjahr. Während die Aktie technisch aus einer Konsolidierung nach oben ausbricht, liefert vor allem die US-Tochter T-Mobile neue Impulse. Entscheidend ist dabei eine erneute Gebührenerhöhung in den USA – ein Hebel, der direkt auf Margen und Cashflow zielt.
US-Tochter erhöht Gebühren und stärkt Bilanz
T-Mobile US plant, ab dem 21. Januar 2026 eine zusätzliche Preisrunde bei einer speziellen US-Gebühr:
- Erhöhung der „Regulatory Programs & Telco Recovery Fee“ um 0,50 US-Dollar pro Leitung
- Gilt sowohl für Sprach- als auch für Datentarife
- Anpassung wirkt nahezu vollständig ergebniswirksam
Für die Deutsche Telekom als Mehrheitsaktionär ist diese Maßnahme besonders attraktiv: Solche Gebührenanhebungen erhöhen den Free Cashflow der US-Tochter weitgehend ohne zusätzliche Kosten. Das stärkt die Ertragsbasis des Konzerns auf Konzernebene.
Parallel nutzt T-Mobile US das derzeit günstige Zinsumfeld für eine Refinanzierung. Das Unternehmen hat Senior Notes im Volumen von bis zu 2 Milliarden US-Dollar platziert. Ziel ist eine robustere Bilanzstruktur und zusätzlicher finanzieller Spielraum – etwa für:
- Investitionen in den weiteren 5G- und Netzausbau
- mögliche Aktienrückkäufe auf US-Seite, von denen die Telekom über ihre Beteiligung indirekt profitiert
Diese Kombination aus höherem Cashflow und verbesserter Finanzierung verschafft dem Konzern mehr Flexibilität für Wachstum und Kapitalrückführung.
Charttechnik und Kennzahlen: Ausbruch mit Substanz
Die positiven Nachrichten aus den USA treffen auf ein konstruktives charttechnisches Umfeld. Am Freitag ging die Aktie bei 28,40 Euro aus dem Handel, ein leichtes Plus von 0,32 Prozent und in der Nähe eines frischen 4‑Wochen-Hochs. Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Zuwachs von 5,65 Prozent, seit Jahresanfang liegt das Plus bei 2,08 Prozent.
Aus technischer Sicht wirkt der jüngste Anstieg unterlegt:
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- Der Kurs liegt rund 2,9 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 27,61 Euro
- Gleichzeitig notiert die Aktie etwa 5,4 Prozent unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 30,01 Euro
- Der RSI (14 Tage) von 57,5 signalisiert weder Überkauf noch Überverkauf
Damit bestätigt der Markt den Ausbruch nach oben, ohne bereits in eine überhitzte Zone vorgedrungen zu sein. Vom 52‑Wochen-Hoch bei 35,78 Euro ist der Titel mit einem Abstand von gut 20 Prozent jedoch noch deutlich entfernt, während das 52‑Wochen-Tief bei 26,45 Euro mit rund 7 Prozent Abstand nach unten etwas mehr Distanz gewonnen hat.
Analystenblick: Luft nach oben trotz DAX-Höchstständen
Auf Analystenseite wird der jüngste Momentum-Schub eher als Bestätigung bestehender Einschätzungen gewertet. Die UBS hält an ihrer Kaufempfehlung fest und sieht das Kursziel weiterhin bei 35,70 Euro. Ausgehend vom aktuellen Niveau ergibt sich damit ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von rund 26 Prozent.
Bemerkenswert ist der Kontrast zum Gesamtmarkt: Während der DAX zuletzt auf Rekordniveau über 25.200 Punkten gehandelt wurde und manche Werte bereits „teuer“ wirken, sehen Experten bei der Telekom-Aktie noch Nachholpotenzial. Treiber sind dabei vor allem:
- die Preissetzungsmacht der US-Tochter T-Mobile US
- die robusten Cashflows auf beiden Seiten des Atlantiks
- zusätzliche Wachstumsfelder im B2B-Bereich
Ein Beispiel dafür ist die Einführung von „Branded Calling“ im deutschen Markt. Die Technologie zur Anrufer-Verifizierung soll vor allem das Geschäft mit Unternehmenskunden stärken, indem sie die Erreichbarkeit und Vertrauenswürdigkeit telefonischer Kontakte erhöht.
Ausblick: Nächster Halt 30 Euro?
Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Bestätigung des charttechnischen Ausbruchs. Hält sich der Kurs oberhalb von rund 28,40 Euro, bleibt der Weg in Richtung der psychologisch wichtigen 30‑Euro-Marke offen. Aus technischer Sicht wären damit erste Hürden der vergangenen Wochen überwunden, während nach oben Luft bis in Richtung der von UBS genannten Zielregion um 35 Euro besteht.
Operativ wird es in den kommenden Tagen vor allem auf weitere Details zur Preisgestaltung bei T-Mobile US ankommen. Jede Konkretisierung der Gebührenerhöhungen dürfte unmittelbare Auswirkungen auf die Gewinnerwartungen für das erste Quartal 2026 haben und damit den Kursverlauf der T‑Aktie prägen.
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