Woche für Woche kauft die Deutsche Telekom eigene Aktien zurück — und trotzdem gibt der Kurs nach. Das Rückkaufprogramm entfaltet am Markt bislang kaum Wirkung.
Systematisch, aber ohne Kurseffekt
Zwischen dem 1. und 5. Juni erwarb der Konzern rund 1,58 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 28,49 Euro. Das Wochenvolumen belief sich auf rund 45 Millionen Euro. In der Folgewoche kamen bis zum 10. Juni weitere 971.332 Aktien hinzu — für gut 27 Millionen Euro.
Die laufende zweite Tranche ist auf bis zu 550 Millionen Euro ausgelegt und endet Ende Juni. Das Gesamtprogramm für 2026 umfasst bis zu zwei Milliarden Euro. Den Großteil der zurückgekauften Aktien will der Konzern einziehen. Das erhöht rechnerisch den Gewinn je Aktie — für 2026 peilt das Management rund 2,20 Euro bereinigtes Ergebnis je Aktie an.
Operative Stärke, schwache Kursentwicklung
Das Fundament stimmt. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz organisch um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL stieg um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Der Vorstand hob daraufhin die Jahresziele an: bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro, Free Cashflow von mehr als 19,8 Milliarden Euro.
An der Börse kommt das nicht an. Die Aktie notiert bei 27,29 Euro — ein Tagesverlust von 1,30 Prozent, über zwanzig Prozent unter dem Februar-Hoch von 34,35 Euro. Der RSI von 37,4 zeigt eine schwache technische Verfassung.
Belastend wirkt ein Bericht des Wall Street Journal: Der Konzern prüft demnach eine Vollverschmelzung mit T-Mobile US über eine neue Holdinggesellschaft. Das Konstrukt würde ein reines Aktientauschangebot für beide börsennotierten Unternehmen vorsehen — eine strukturell weitreichende Maßnahme, die Investoren verunsichert.
Ver.di-Votum am 19. Juni
Ein konkreter Termin rückt näher. Am 19. Juni stimmen ver.di-Mitglieder über den Tarifabschluss ab, den Telekom und Gewerkschaft Ende Mai vereinbart haben. Der Vertrag läuft 33 Monate bis Ende 2028 und gilt für rund 60.000 Beschäftigte.
Die Entgelte steigen in zwei Schritten: im August 2026 auf 340 Euro monatlich, im Juli 2027 auf 480 Euro. Im Juni 2028 erhöhen sich die Tabellen um 2,4 Prozent. Betriebsbedingte Kündigungen sind für die gesamte Laufzeit ausgeschlossen.
Stimmt die Kommission zu, hat der Konzern bei einem zentralen Kostenblock Planungssicherheit bis Ende 2028.
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