T-Mobile US bereitet sich auf einen radikalen Schnitt vor. Die wichtigste Tochter der Deutschen Telekom schaltet bald ihr 2G-Netz ab. Parallel streitet das amerikanische Unternehmen vor Gericht um IT-Gebühren. Diese Baustellen treffen auf eine Aktie im Abwärtstrend.
Netz-Umbau und Support-Streit
Am 3. August nimmt T-Mobile US das alte 2G-Netz endgültig vom Strom. Die frei werdenden Frequenzen fließen künftig in moderne Datendienste. Rund 142 Millionen Kunden müssen dafür neue Tarife wählen. Dabei schließt das Management Preisanpassungen nicht aus.
Zeitgleich eskaliert ein Konflikt mit dem Chip-Konzern Broadcom. T-Mobile US zieht derzeit zehntausende virtuelle Maschinen von VMware-Servern ab. Der Grund: ein Streit um Support-Gebühren. Eine einstweilige Verfügung sichert die technische Betreuung nur noch bis Anfang August.
Milliarden-Rückkauf als Stütze
Während es in Amerika knirscht, stützt der Bonner Mutterkonzern den eigenen Aktienkurs. Bis Ende September kauft die Telekom eigene Papiere für bis zu 560 Millionen Euro. Das Limit liegt bei maximal 23,5 Millionen Stück.
Das Gesamtprogramm für 2026 umfasst ein Volumen von zwei Milliarden Euro. Davon hat das Management bereits mehr als eine Milliarde Euro investiert. Der Großteil dieser Papiere wird eingezogen. Das verknappt das Angebot am Markt und soll den Gewinn je Aktie steigern.
Chartbild bleibt angeschlagen
Bisher verfehlen die Käufe ihre volle Wirkung. Die Telekom-Aktie notiert aktuell bei 25,20 Euro. Damit hat das Papier seit Jahresbeginn knapp zehn Prozent an Wert verloren. Zum 52-Wochen-Hoch aus dem Februar fehlen gut 26 Prozent.
Auch die mittelfristigen Trendlinien deuten nach unten. Der Kurs pendelt spürbar unter der 50-Tage-Linie. Vom 200-Tage-Durchschnitt trennen die Aktie aktuell mehr als zwölf Prozent. Nur das Ende Juni markierte Jahrestief bietet bei 23,54 Euro eine erste charttechnische Unterstützung.
Der Fokus verschiebt sich nun auf den Hochsommer. Anfang August endet die Schonfrist für die amerikanische Netzumstellung und den Broadcom-Support. Am 6. August präsentiert die Deutsche Telekom dann ihre Bilanz für das zweite Quartal. Spätestens hier muss der Vorstand zeigen, ob die neuen Tarife in den USA das operative Geschäft stützen.
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