Die Deutsche Telekom sorgt zum Wochenausklang mit zwei Nachrichten für Gesprächsstoff. Ein Medienbericht lässt die lange diskutierte Fusion mit T-Mobile US bröckeln. Parallel meldet der Konzern eine neue Branchenvereinbarung zum Netzausbau in Deutschland.
Die Aktie schloss am Freitag bei 29,00 Euro und gab 0,58 Prozent ab. Das kommt nach einer kräftigen Rally in den Tagen zuvor.
T-Mobile US bremst Fusionspläne
Auslöser der jüngsten Kursbewegung war ein Bericht des US-Portals Semafor. Demnach unterstützt die US-Tochter T-Mobile US die Pläne für einen Zusammenschluss mit der Mutter nicht mehr. Am Markt kam diese Nachricht gut an.
Ein solcher Deal galt an der Börse von Anfang an als riskant. Frühere Berichte zu dem Vorhaben stießen bei Anlegern stets auf Skepsis.
Die Telekom hatte laut einem Agenturbericht einen vollständigen Zusammenschluss mit T-Mobile US erwogen. Im Gespräch war eine neue Holdinggesellschaft. Sie sollte ein Aktientauschangebot für beide Konzerne vorlegen und so einen multinationalen Telekomriesen schaffen.
Marktbeobachter sahen darin erhebliche operative und regulatorische Risiken. Bewertung und Zeitplan eines solchen Deals galten als schwer kalkulierbar.
Die Dimensionen erklären die Nervosität der Anleger. Die Telekom hält gut die Hälfte der Anteile an T-Mobile US. Das US-Mobilfunkunternehmen bringt umgerechnet rund 160 Milliarden Euro auf die Waage, das Telekom-Paket daran ist knapp 90 Milliarden Euro wert. Die Deutsche Telekom selbst kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 139,41 Milliarden Euro.
Fairplay-Vereinbarung zum Netzausbau
Neben dem Fusionsthema meldete sich die Telekom mit einer branchenpolitischen Nachricht. Eine sogenannte Fairplay-Vereinbarung soll den Ausbau von Internetleitungen in Deutschland beschleunigen.
Solche Kooperationen zwischen Netzbetreibern sollen doppelten Leitungsbau vermeiden. Beim Glasfaser- und Breitbandausbau verlegen sonst oft mehrere Anbieter Kabel in denselben Straßen. Die Vereinbarung soll Investitionen besser koordinieren. Das Thema hat angesichts der milliardenschweren Netzinvestitionen der Telekom Gewicht.
Kursbild: Erholung nach schwacher Phase
Die Aktie hat zuletzt kräftig zugelegt. Auf Wochensicht steht ein Plus von 8,13 Prozent zu Buche.
Charttechnisch notiert die Telekom-Aktie sowohl über ihrem 50-Tage- als auch über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Vom Jahreshoch aus dem Februar bleibt sie dennoch spürbar entfernt.
In der kommenden Woche dürfte die Nachrichtenlage rund um T-Mobile US der wichtigste Kurstreiber bleiben. Setzt sich die Entspannung beim Fusionsthema fort, könnte das der Aktie weiteren Rückenwind geben. Die fundamentale Entwicklung der US-Tochter bleibt dabei der zentrale Werttreiber für den Gesamtkonzern.
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