T-Mobile US hebt die Quartalsdividende um fast 16 Prozent auf 1,02 US-Dollar je Aktie an. Für die Deutsche Telekom, die rund 53 Prozent an der US-Tochter hält, bedeutet das spürbar mehr Mittelzufluss. Trotzdem gab die Telekom-Aktie am Mittwoch um 3,58 Prozent auf 26,66 Euro nach.
Der Grund: Marktberichte über eine mögliche Vollverschmelzung mit T-Mobile US über eine neue Holdinggesellschaft. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht. Das Management betonte lediglich die strategische Bedeutung des US-Marktes — was die Unsicherheit eher verstärkte als zerstreute.
Netzausbau: Telekom baut Vorsprung aus
Im Heimatmarkt liefert die Telekom derweil starke operative Zahlen. Das 5G-Netz erreicht laut Bundesnetzagentur eine Flächenversorgung von 89,1 Prozent. Vodafone kommt auf 75,7 Prozent, Telefónica auf 76,2 Prozent. Der Abstand ist deutlich.
Die Haushaltsabdeckung liegt bereits bei rund 99 Prozent. Künftig geht es um Wanderwege, Landstraßen und Tourismusregionen. Bis Ende des Jahrzehnts peilt die Telekom 94 Prozent Flächenabdeckung an. Autobahnen sind zu 99,6 Prozent versorgt, Schienenwege zu 96,1 Prozent.
Cybersicherheit und Fundamentaldaten
Parallel konkretisiert sich das Cybersicherheitsprojekt. Die Plattform „Sovereign Cortex with T Security“ — entwickelt mit Palo Alto Networks — soll Unternehmen bei europäischen Compliance-Vorgaben wie DORA und NIS-2 unterstützen. Der Start der ersten Version ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Alle Kunden- und Systemdaten bleiben in Europa. Die Verschlüsselungsschlüssel verwaltet die Telekom selbst — über den External Key Manager von Google Cloud in eigenen Rechenzentren.
Fundamental bleibt der Konzern auf Kurs. Für 2026 plant das Management ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro und einen Free Cashflow von mehr als 19,8 Milliarden Euro. Das mittlere Analystenkursziel liegt bei 37,61 Euro — rund 41 Prozent über dem aktuellen Kurs. Der RSI notierte am Mittwoch bei 32,7 Punkten und signalisiert damit einen überverkauften Bereich.
Ein kurzfristiger Katalysator steht bereits an: Am 19. Juni entscheidet die ver.di-Tarifkommission über das ausgehandelte Tarifpaket für rund 60.000 Beschäftigte. Eine Einigung würde zumindest eine Unsicherheit aus dem Weg räumen.
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