Starke Quartalszahlen, ein WM-Rekord bei MagentaTV — und trotzdem liegt die Aktie auf Jahressicht rund 15 Prozent im Minus. Bei der Deutschen Telekom klaffen operative Realität und Börsenstimmung gerade weit auseinander. Schuld daran sind vor allem Spekulationen über die Zukunft der US-Tochter T-Mobile US.
SpaceX als möglicher Käufer
Ein Bericht von Seeking Alpha vom 25. Juni hat die Lage verkompliziert. Demnach erwägt SpaceX, T-Mobile US zu kaufen — mit dem Ziel, Mobilfunk und Satellitentechnologie auf einer globalen Plattform zu verbinden. T-Mobile US legte im US-Handel daraufhin zu. Die Telekom-Aktie in Frankfurt gab nach.
TD-Cowen-Analyst Gregory Williams hat dazu eine weitreichende These formuliert: Sollte SpaceX keinen kleineren Deal zur Ergänzung seiner Infrastruktur finden, könnte das Unternehmen direkt in den Mobilfunkmarkt einsteigen — per Übernahme. T-Mobile US wäre das naheliegende Ziel. Die Deutsche Telekom hält laut Medienberichten rund 53 Prozent der Anteile an der US-Tochter, die etwa zwei Drittel des Konzernumsatzes beisteuert.
Williams vermutet außerdem, dass der Bonner Konzern ein mögliches Übernahmegebot bereits antizipiert — und deshalb eine engere Holdingstruktur mit T-Mobile US anstrebt. Das Wall Street Journal berichtete, CEO Tim Höttges erwäge genau das. Eine offizielle Bestätigung steht aus.
Operativ läuft es gut
Das operative Bild passt nicht zum Kursverlauf. Im ersten Quartal 2026 stieg der organische Umsatz um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA nach Leasing kletterte um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Der Konzern hob daraufhin seine Jahresziele an: rund 47,5 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA AL und ein Free Cashflow nach Leasing von über 19,8 Milliarden Euro sind das neue Ziel für 2026.
Auch das Heimatgeschäft liefert. In der ersten WM-Woche verfolgten mehr als 36 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer Spiele auf MagentaTV. Die Abo-Verkäufe erreichten ein Allzeithoch — mehr als doppelt so viele wie während der Fußball-EM 2024. MagentaTV zeigt als einziger Anbieter alle 104 Spiele live, 44 davon exklusiv.
Zwei kurzfristige Zusatzbelastungen
Neben den Transaktionsspekulationen gibt es zwei weitere Faktoren, die den Kurs belasten.
Erstens: Die Bundesnetzagentur führt bis zum 1. Juli einen bundesweiten Mobilfunk-Stresstest durch. Bürger erfassen per App ihre reale Empfangsqualität. Die Telekom gibt an, ihr 5G-Netz erreiche mehr als 99 Prozent der Bevölkerung. Flächenmäßig blieben Ende 2025 jedoch noch 12,1 Prozent ohne 5G und 7,5 Prozent ohne 4G. Sollten die Crowdsourcing-Daten erhebliche Lücken aufdecken, wächst der politische Druck für teure Investitionen in ländliche Regionen.
Zweitens: Das laufende Aktienrückkaufprogramm endet am 30. Juni. Die Telekom hat im Rahmen der zweiten Tranche eigene Aktien für bis zu 550 Millionen Euro zurückgekauft. Mit dem Auslaufen fällt ein verlässlicher Stützkäufer weg — technisch ungünstig, da die Aktie mit einem RSI von 34 bereits im überverkauften Bereich notiert und rund 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro liegt.
Q2-Zahlen am 6. August
Konkrete Klarheit über die US-Strategie könnte erst der Quartalsbericht am 6. August bringen. Spätestens dann müssen Höttges und sein Team den Analysten erklären, wie der Konzern mit einem möglichen SpaceX-Interesse umgeht — und ob die Holdingstruktur wirklich kommt. Bis dahin dürften Nachrichten aus den USA den Kurs stärker bewegen als jeder operative Rückenwind aus Bonn.
Deutsche Telekom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Telekom-Analyse vom 29. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Telekom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Telekom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Telekom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
