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Deutsche Telekom Aktie: Soofi S auf Bonner Rechenpower trainiert

Forschungskonsortium trainiert Sprachmodell Soofi S auf Telekom-Servern. Die Aktie bleibt trotz KI-Erfolg unter Druck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Offenes Sprachmodell Soofi S veröffentlicht
  • Training auf Telekom-Cloud in München
  • Modell übertrifft Benchmarks englisch/deutsch
  • Aktie notiert 22,56% unter Jahreshoch

Ein deutsches Forschungskonsortium hat ein neues Sprachmodell veröffentlicht. Trainiert wurde es komplett auf Cloud-Servern der Deutschen Telekom. Für den Bonner Konzern ist das mehr als eine Randnotiz — es ist ein Beleg dafür, dass die eigene KI-Infrastruktur bei externen Partnern gefragt ist.

Konsortium nutzt Telekom-Cloud für offenes Sprachmodell

Der KI Bundesverband hat das Projekt koordiniert. Herausgekommen ist Soofi S, ein offenes Sprachmodell mit 31,6 Milliarden Parametern. Laut Pretraining-Report erreicht es unter den vollständig offenen Modellen die höchsten Werte auf englischen und deutschen Benchmarks. Damit übertrifft es bisherige Spitzenreiter wie Olmo 3 32B und Apertus 70B.

Wichtig für die Einordnung: Die Telekom selbst hat das Modell nicht entwickelt. Fraunhofer-Institute, das DFKI und mehrere Universitäten zeichnen für Entwicklung und Veröffentlichung verantwortlich. Der Konzern stellt lediglich die Rechenkapazität bereit — über seine Industrial AI Cloud in München.

Technisch handelt es sich um ein sogenanntes Mixture-of-Experts-Modell. Es nutzt pro erzeugtem Token nur rund 3,2 Milliarden seiner insgesamt 31,6 Milliarden Parameter. Das Training lief zwischen März und Mai auf bis zu 512 Nvidia-B200-GPUs, insgesamt rund 253.000 GPU-Stunden.

Gefördert hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Projekt mit rund zwanzig Millionen Euro. Die Mittel stammen aus dem europäischen IPCEI-CIS-Programm.

Souveräne KI als Geschäftsfeld für T-Systems

Die Telekom-Tochter T-Systems hatte den Grundstein bereits im Februar 2026 gelegt. Zusammen mit Nvidia startete sie die Industrial AI Cloud in München. Das Ziel: europäischen Firmen KI-Anwendungen nach lokalen Datenschutzregeln anbieten.

Soofi S zeigt nun, wie externe Partner diese Infrastruktur tatsächlich nutzen. Fachlich ist das Modell nicht ohne Schwächen. Bei sehr langen Kontexten bleibt der Durchsatz dank einer sparsamen Hybridarchitektur stabil — dichte Modelle wie Apertus 70B oder Qwen3 32B brechen hier ein. Bei komplexer Mathematik und sehr langen Texten sinkt allerdings die Trefferquote.

Das Konsortium sucht nun Industriepartner für den praktischen Einsatz. Findet sich hier kommerzielle Nachfrage, könnte das die Telekom-Cloud zusätzlich auslasten.

Aktie bleibt unter Druck

Die Nachricht trifft auf ein angeschlagenes Kursbild. Die Telekom-Aktie schloss am Dienstag bei 26,60 Euro und liegt damit 22,56 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro vom Februar. Zum Jahrestief von 23,54 Euro aus dem Juni hält der Titel einen Abstand von 13 Prozent.

Auf Wochensicht steht ein Plus von 4,15 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn bleibt aber ein Minus von 4,56 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten sogar ein Rückgang von 12,36 Prozent. Der RSI von 51,9 zeigt weder eine überkaufte noch überverkaufte Situation an.

Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 122,60 Milliarden Euro. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt 31,37 Prozent — ein moderates Niveau ohne akute Nervosität im Markt.

Ob sich das KI-Engagement der Cloud-Sparte finanziell auszahlt, hängt von konkreten Verträgen ab. Aus dem offenen Forschungsmodell müssten kommerzielle Nutzungsverträge mit Unternehmen oder Behörden entstehen. Für den Kursverlauf bleibt daneben die operative Entwicklung der US-Tochter T-Mobile US der wichtigste Treiber, während der laufende Aktienrückkauf zusätzlichen Rückhalt bietet.

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