Die Deutsche Telekom baut ihre Rolle in der Zukunftstechnologie Quantenkommunikation aus. Der Konzern übernimmt die Leitung eines neuen EU-Projekts zum Aufbau sicherer Quantennetze. Das Vorhaben soll Europas digitale Infrastruktur langfristig absichern.
PETRUS2: Telekom führt Quanten-Infrastrukturprojekt
Die Europäische Kommission hat der Deutschen Telekom und dem AIT Austrian Institute of Technology neue Fördermittel bewilligt. Die Gelder fließen in sogenannte Coordination and Support Actions. Ziel: sichere Kommunikationsnetze auf Basis von Quanten-Technologie in ganz Europa.
Die Telekom leitet dabei das Projekt PETRUS2. Es entwickelt länderübergreifende Infrastrukturen für Quantenkommunikation. Solche QKD-Netzwerke verschlüsseln Daten über Quantenschlüssel und gelten als besonders abhörsicher. Die Connecting Europe Facility finanziert das Vorhaben.
An PETRUS2 beteiligen sich namhafte Partner: THALES, das AIT, Airbus und SES. Parallel dazu koordiniert das AIT das Projekt HarmoniQCI. Es kümmert sich um Standardisierung und Interoperabilität der Netze. Beide Projekte arbeiten eng zusammen, um eine kohärente Infrastruktur in Europa aufzubauen.
Netzausbau und Aktienrückkauf laufen parallel
Neben der Zukunftstechnologie investiert die Telekom weiter in klassische Netzinfrastruktur. Diese Woche nahm der Konzern neue Mobilfunkmasten in Betrieb, etwa entlang der Bahnstrecke München-Buchloe und in Oldenswort. Die Maßnahmen sollen Funklöcher schließen und die 4G- und 5G-Abdeckung verbessern. Zusätzlich baut die Telekom in mehreren Regionen Glasfaseranschlüsse aus.
Auch beim Kapitalmanagement bleibt der Konzern aktiv. Zwischen dem 6. und 10. Juli 2026 kaufte die Telekom rund 2,3 Millionen eigene Aktien über Xetra zurück. Die laufende dritte Tranche des Rückkaufprogramms hat ein Volumen von bis zu 560 Millionen Euro und läuft bis September.
Die Aktie notiert aktuell bei 26,62 Euro, ein Plus von 0,49 Prozent zum Vortag. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro aus dem Februar trennen das Papier noch gut 22 Prozent.
FCC-Untersuchung bei T-Mobile US belastet
Neben den strategischen Fortschritten gibt es auch Gegenwind. Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC untersucht die Telekom-Tochter T-Mobile US. Grund sind Tarifumstellungen, die rund acht Millionen Kunden betrafen.
Die Untersuchung bleibt eine Belastung im Hintergrund. Sie ändert aber nichts an der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung des Konzerns. Mit PETRUS2 sichert sich die Telekom eine Führungsrolle in einer Technologie, die für kritische Infrastrukturen künftig entscheidend werden könnte. Der Ausgang des FCC-Verfahrens in den USA bleibt bislang offen.
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