Die Deutsche Telekom notierte am Freitag bei 28,87 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent. Damit bleibt der Titel im Bereich seines jüngsten Aufwärtstrends, während sich hinter den Kulissen ein strukturelles Verschiebungsmuster im Kerngeschäft zeigt: Das klassische Festnetz-Telefon verliert bei den Kunden weiter an Relevanz.
Nur noch 61 Prozent nutzen das Festnetz
Eine im Juli erhobene Umfrage unter 1.000 Befragten zwischen 18 und 79 Jahren zeigt einen deutlichen Rückgang: Nur noch 61 Prozent nutzen ein Festnetz-Telefon, zehn Prozentpunkte weniger als 2025. Rund 39 Prozent der Befragten verfügen inzwischen über gar keinen Festnetzanschluss mehr.
Der Generationenunterschied fällt drastisch aus: Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt die Nutzungsquote bei nur 42 Prozent, bei den 70- bis 79-Jährigen dagegen bei 89 Prozent. Selbst unter denjenigen, die noch einen Anschluss besitzen, telefoniert nur jeder Zehnte täglich darüber. Auftraggeber der Erhebung waren Verivox und Innofact.
Für die Deutsche Telekom als größten Festnetzbetreiber Deutschlands unterstreicht die Entwicklung einen langfristigen Trend, der die Wertschöpfung im Konzern zunehmend Richtung Mobilfunk und Glasfaser verschiebt. Die klassische Sprachtelefonie über den Festnetzanschluss verliert an Bedeutung, während Datendienste und Mobilfunkverträge stärker in den Vordergrund rücken.
Mobilfunk-Kooperation zeigt die Marschrichtung
Wie stark der Fokus inzwischen auf mobilen Datentarifen liegt, zeigt eine aktuelle Vermarktungsaktion im Netz der Telekom: Der Mobilfunkanbieter Klarmobil bietet einen 20-Gigabyte-Tarif im Telekom-Netz mit 5G-Geschwindigkeit bis 50 Mbit pro Sekunde für 18,32 Euro monatlich an, deutlich unter dem regulären Preis von 29,99 Euro.
Über 24 Monate summieren sich die Gesamtkosten inklusive Anschlussgebühr auf 739,75 Euro. Hinzu kommt ein Bonus von 300 Euro, zusammengesetzt aus Wechselbonus und Cashback, für Kunden, die ihre Rufnummer mitnehmen. Die Aktion läuft noch bis zum 2. September.
Solche Vermarktungsoffensiven verdeutlichen, wie intensiv der Wettbewerb um mobile Datenkunden im Telekom-Netz inzwischen geführt wird – auch über Drittanbieter, die auf der Infrastruktur des Bonner Konzerns aufsetzen.
Einordnung für Anleger
Der schleichende Bedeutungsverlust des Festnetz-Telefons ist für die Deutsche Telekom kein neues Phänomen, bestätigt aber die strategische Ausrichtung des Konzerns auf Mobilfunk, Glasfaser und Datendienste. Der Aktienkurs bewegt sich derzeit oberhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von 26,99 Euro, ein Abstand von 6,9 Prozent, was auf eine intakte kurzfristige Aufwärtsdynamik hindeutet.
Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt bei rund 139,56 Milliarden Euro. Anleger dürften die Entwicklung im Festnetzsegment vor allem als weiteren Beleg dafür werten, dass die Zukunft des Konzerns stärker im Mobilfunk- und Datengeschäft liegt als im traditionellen Telefonanschluss.
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