Woche für Woche investiert die Deutsche Telekom Millionen in eigene Aktien. Das im April gestartete Rückkaufprogramm läuft auf Hochtouren. Am Markt verpufft dieser Milliarden-Einsatz bisher völlig. Die Aktie tritt auf der Stelle.
Systematische Käufe ohne Kurseffekt
Allein in der ersten Juniwoche erwarb der Konzern knapp 1,6 Millionen Papiere. Dafür flossen rund 45 Millionen Euro über die Handelsplattform Xetra. Kurz darauf folgten weitere Käufe im Wert von 27 Millionen Euro.
Der erhoffte Kursschub bleibt aus. Am Freitag ging das Papier bei 28,33 Euro aus dem Handel. Das bedeutet seit Jahresbeginn ein mageres Plus von knapp zwei Prozent.
Damit notiert der Titel weiterhin unter seiner 100-Tage-Linie. Der Abstand zum im Februar erreichten 52-Wochen-Hoch liegt bei rund 17 Prozent.
Das Management zielt allerdings nicht auf kurzfristige Kurssprünge ab. Das Programm mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro dient der strukturellen Kapitalpflege. Die Telekom zieht den Großteil der erworbenen Papiere ein. Die Folge: Der Gewinn je Aktie steigt rechnerisch.
Das starke erste Quartal liefert das nötige Kapital für diese Maßnahme. Der Umsatz kletterte organisch auf knapp 30 Milliarden Euro. Der freie Cashflow erreichte 5,7 Milliarden Euro. Daraufhin hob der Vorstand die Jahresziele an.
Ende eines Mobilfunk-Klassikers
Parallel zu den Finanzmaßnahmen steht ein technischer Einschnitt an. Am 30. Juni schaltet die Telekom den MMS-Dienst endgültig ab. Nach über 20 Jahren beerdigt der Konzern damit eine der ältesten Handy-Funktionen.
Telefónica und 1&1 vollziehen diesen Schritt am selben Tag. Vodafone kappte den Service bereits im Jahr 2023.
Als Standard-Nachfolger dient nun RCS. Diese Technik nutzt das reguläre Datenvolumen für den Versand von Bildern und Videos. Zusätzliche Gebühren fallen für Nutzer nicht mehr an.
Der nächste operative Prüfstein folgt im Sommer. Im August präsentiert die Telekom die Zahlen für das zweite Quartal. Dann muss der Vorstand beweisen, dass die angehobenen Jahresziele weiterhin auf einem soliden Fundament stehen.
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