Die Deutsche Telekom baut ihr Glasfasergeschäft in Osteuropa aus. Der Konzern vereinbarte am 17. August den Kauf von Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management für rund eine Milliarde Euro. Der Vollzug der Transaktion wird zum Jahresende erwartet.
Mit dem Zukauf sichert sich die Telekom zusätzliche Glasfaserinfrastruktur in Polen. Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der der Ausbau des eigenen Netzes ohnehin im Fokus steht: In der deutschsprachigen Berichterstattung war zuletzt von einem Rekordmonat beim Glasfaserausbau die Rede. Der Konzern verfolgt damit erkennbar eine Doppelstrategie aus organischem Wachstum im Heimatmarkt und gezielten Übernahmen in europäischen Wachstumsmärkten.
Solide Quartalszahlen als Basis
Der Vorstoß in Polen kommt nicht isoliert. Anfang August hatte die Telekom für das zweite Quartal einen Umsatz von 29.933 Millionen Euro sowie ein Ergebnis pro Aktie von 0,58 Euro ausgewiesen.
Im Zuge der Zahlenvorlage erhöhte der Konzern zugleich die Jahresprognose für den freien Cashflow und stockte das laufende Aktienrückkaufprogramm für 2026 auf bis zu drei Milliarden Euro auf. Diese finanzielle Basis dürfte der Deutschen Telekom den Spielraum für den Zukauf in Polen verschafft haben, ohne die eigenen Kapitalrückführungen an Aktionäre zu gefährden.
Bernstein Research bestätigte am 6. August nach den Quartalszahlen das Rating „Outperform“ mit einem Kursziel von 37,00 Euro. Einen Tag später beließ UBS die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 36,20 Euro. Beide Einschätzungen fielen damit deutlich optimistischer aus als der aktuelle Kursverlauf der Aktie es vermuten lässt.
Kurs bleibt unter Druck
Trotz der positiven Nachrichtenlage tut sich die Aktie am Markt schwer. Der Titel notiert aktuell bei 28,12 Euro und büßte auf Wochensicht 2,7 Prozent ein.
Auf Zwölfmonatssicht steht ein Minus von 10 Prozent, während die Aktie vom 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, mittlerweile 18 Prozent entfernt notiert. Der RSI von 49,3 signalisiert dabei weder Über- noch Unterverkauf.
Die Kluft zwischen fundamentaler Entwicklung und Kursverlauf fällt auf. Während der Konzern operativ expandiert, seine Barmittelrückführung ausweitet und Analysten deutlich höhere Kursziele nennen, bleibt die Marktbewertung verhalten.
Der Polen-Deal liefert dafür keine unmittelbare Erklärung – er zeigt aber, dass die Telekom ihre Wachstumsstrategie im Glasfasergeschäft trotz des schwächeren Aktienkurses konsequent weiterverfolgt. Für Anleger bedeutet das: Die operative Substanz und die Erwartungen der Analystenhäuser sprechen für Aufholpotenzial, sollte sich das Marktumfeld beruhigen.
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