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Symbolbild, KI-generiert

Deutsche Telekom Aktie: Kepler stuft auf Hold ab

Kepler stuft die Deutsche Telekom zurück, während Elliott Rückkäufe fordert. Konzernzahlen und höhere Cashflow-Prognose setzen positive Akzente.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kepler reduziert Kursziel auf 32 Euro
  • T-Mobile US gerät stärker unter Wettbewerbsdruck
  • Elliott verlangt umfangreichere Aktienrückkäufe
  • Deutsche Telekom erhöht Cashflow-Ausblick 2026

Kepler Cheuvreux stufte die Deutsche Telekom Ende August von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 35 auf 32 Euro. Analyst Florian Treisch begründete den Schritt damit, der Konzern sei „Opfer seines eigenen Erfolgs“ geworden: Die US-Tochter T-Mobile US gerate unter verstärkten Wettbewerbsdruck, und dieser Abwärtstrend belaste zunehmend die Mutter in Bonn.

Die Einschätzung reiht sich in eine Phase ein, in der die Aktie ohnehin unter erhöhter Beobachtung steht. Der Kurs schloss am Freitag bei 28,36 Euro, ein Minus von 1,9 Prozent auf Tagesbasis.

Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Rückgang von 11 Prozent zu Buche, während das Papier binnen 30 Tagen um 3,3 Prozent zulegte. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro trennen die Aktie mittlerweile 17 Prozent.

Elliott bringt die US-Frage ins Spiel

Verschärft wird die Debatte um T-Mobile US durch den Einstieg von Elliott Investment Management. Der aktivistische Investor hat eine beträchtliche Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut und signalisiert laut Bloomberg, eine mögliche Fusion mit der US-Tochter T-Mobile US ablehnen zu wollen. Elliott fordert stattdessen alternative Wege der Wertschöpfung, insbesondere umfangreichere Aktienrückkäufe.

Genau hier setzt der Kepler-Befund an: Wenn T-Mobile US tatsächlich strukturell an Fahrt verliert, wiegt die Frage, wie eng sich die Deutsche Telekom an ihre US-Tochter binden sollte, umso schwerer. Ein Zusammenschluss würde die Abhängigkeit vom US-Geschäft vertiefen – genau in dem Moment, in dem ein Analyst erstmals öffentlich vor nachlassender Dynamik dort warnt.

Operatives Geschäft liefert Gegengewicht

Dem stehen robuste Konzernzahlen entgegen. Im zweiten Quartal erzielte die Deutsche Telekom einen Nettoumsatz von 29,9 Milliarden Euro bei einem organischen Wachstum von 3,3 Prozent. Das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu. Der Vorstand erhöhte daraufhin die Guidance für den freien Cashflow AL 2026 von zuvor über 19,8 Milliarden Euro auf rund 20,0 Milliarden Euro.

Diese Stärke im operativen Geschäft dürfte mit erklären, warum der Vorstand vor gut einer Woche das laufende Rückkaufprogramm 2026 um weitere bis zu 3 Milliarden Euro aufstockte – auf ein Gesamtvolumen von bis zu 5 Milliarden Euro bis Ende des Jahres.

Die vor gut drei Wochen abgeschlossene Übernahme der polnischen Glasfaseranbieter Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management für rund 1 Milliarde Euro zeigt zudem, dass der Konzern parallel in Wachstum außerhalb der USA investiert; seit der Meldung gab die Aktie um 1,0 Prozent nach.

Blick auf die kommenden Termine

Für Anleger dürfte der 5. Oktober richtungsweisend werden: An diesem Tag lädt der Konzern zu einem Investorentag zu den Chancen der Künstlichen Intelligenz.

Einen Monat später, am 5. November, folgen die Zahlen zum dritten Quartal – dann dürfte sich zeigen, ob sich der von Kepler beschriebene Gegenwind bei T-Mobile US in den Ergebnissen niederschlägt oder ob die US-Tochter die Wachstumsstory doch bestätigt.

Bis dahin bleibt die Auseinandersetzung zwischen Elliotts Rückkaufforderung und den Fusionsplänen des Managements der zentrale Unsicherheitsfaktor für die Bewertung des Konzerns.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.