Sinkender Gewinn, steigender Kurs — bei Deutsche Telekom passt das auf den ersten Blick nicht zusammen. Der Grund für den Kurssprung von rund sechs Prozent liegt aber nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern in der Kapitalpolitik des Konzerns.
Zahlen mit zwei Gesichtern
Das Nettoergebnis fiel im zweiten Quartal um 6,3 Prozent auf 2,450 Milliarden Euro, nach 2,615 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das bereinigte Ergebnis je Aktie zeigte dagegen die andere Seite der Medaille: Es stieg auf 0,58 Euro von 0,51 Euro. Der Umsatz wuchs um 4,4 Prozent auf 29,933 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL legte um 7,5 Prozent auf 11,821 Milliarden Euro zu.
Getragen wurde das Wachstum von beiden Kernmärkten. In Deutschland stiegen die Erlöse organisch um 3,7 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro, begünstigt auch durch die Fußball-Weltmeisterschaft. In den USA legte T-Mobile US beim Umsatz um 7,9 Prozent zu und hob zugleich die Prognose für den freien Barmittelzufluss um 200 Millionen Dollar an.
Rückkauf als eigentliches Signal
Der eigentliche Kurstreiber war die Ankündigung, das laufende Aktienrückkaufprogramm um bis zu 3 Milliarden Euro aufzustocken. Zusammen mit dem bestehenden Programm können damit bis Ende des Jahres bis zu 5 Milliarden Euro an die Aktionäre zurückfließen. Parallel hob der Konzern seine Prognose für den freien Barmittelzufluss 2026 auf rund 20 Milliarden Euro an, von zuvor mehr als 19,8 Milliarden Euro.
Berenberg liest aus dieser Entscheidung mehr als reine Kapitalrückführung. Die Aufstockung des Rückkaufs könnte laut den Analysten ein Anzeichen dafür sein, dass eine Übernahme der verbliebenen Minderheitsanteile an T-Mobile US unwahrscheinlicher wird — eine offizielle Stellungnahme des Konzerns dazu gibt es allerdings nicht. Deutsche Bank Research bestätigte nach den Zahlen die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 40 Euro und lobte insbesondere die angehobenen Ziele bei Rückkäufen und Barmittelzufluss als beruhigendes Signal für das zweite Quartal.
Bei den übrigen Jahreszielen bleibt der Konzern konservativ. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll 2026 weiterhin bei rund 2,20 Euro landen, das bereinigte EBITDA AL bei etwa 47,5 Milliarden Euro. Für T-Mobile US rechnet der Konzern unverändert mit 950.000 bis 1,05 Millionen neuen Vertragskunden im Jahresverlauf — ein Ziel, das die zuletzt aufgehellte US-Wachstumsstory stützen dürfte.
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