Ein Kursziel, das 53 Prozent über dem aktuellen Kurs liegt. Das ist die Ansage von JPMorgan zur Deutschen Telekom. Am Freitag zog die Aktie prompt um 3,40 Prozent an und schloss bei 26,15 Euro — während der DAX mit einem leichten Minus von 0,20 Prozent aus dem Handel ging.
JPMorgan sieht historische Bewertungslücke
Analyst Akhil Dattani bestätigte am 10. Juli seine Einstufung „Overweight“. Sein Kursziel: 40 Euro. Dattani spricht von einer „historischen Bewertungslücke“ bei der Telekom-Aktie und sieht darin erhebliches Aufwärtspotenzial.
Der Rückenwind kommt zur rechten Zeit. Erst Ende Juni war das Papier auf ein 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro gefallen. Seit dem Hoch von 34,35 Euro im Februar hat die Aktie fast ein Viertel ihres Wertes verloren, aktuell liegt der Abstand bei 23,87 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Minus von 6,17 Prozent, über zwölf Monate sind es sogar 14,54 Prozent.
Mit einem RSI von 48,2 bewegt sich die Aktie derzeit in neutralem Terrain — weder überkauft noch überverkauft. Die Marktkapitalisierung liegt bei 123,56 Milliarden Euro.
T-Mobile US bleibt Gewinnbringer
Auch die US-Tochter T-Mobile US stand diese Woche im Analystenfokus. Morgan Stanley bestätigte den Titel als Branchenfavoriten, senkte aber das langfristige Kursziel von 260 auf 230 US-Dollar. Grund dafür: mögliche Markteintritte von Konkurrenten wie Starlink im Breitbandgeschäft.
Für die Aktionäre bleibt die Dividendenpolitik der US-Tochter attraktiv. Bereits am 15. Juni hatte T-Mobile US eine Bardividende von 1,02 US-Dollar je Aktie angekündigt. Die Auszahlung erfolgt am 10. September an Aktionäre, die am 28. August im Register stehen.
KI-Strategie nimmt Formen an
Parallel zur Kursbewegung baut die Telekom ihr KI-Geschäft aus. Die Großkundensparte T-Systems hat zusammen mit NVIDIA die „Industrial AI Cloud“ gestartet. Die Plattform soll europäischen Unternehmen eine souveräne Infrastruktur bieten, die hiesigen Datenschutzstandards entspricht.
Kernstück ist ein Rechenzentrum in München. Dort sollen bis zu 10.000 Blackwell-GPUs zum Einsatz kommen. Die Pläne dafür waren bereits im November 2025 bekannt geworden, die offizielle Eröffnung folgte im Februar 2026.
Blick auf die Berichtssaison
Nach einem Wochenplus von 3,77 Prozent richtet sich der Blick nun auf die kommende Berichtssaison. Der aktuelle Kurs liegt noch 4,49 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,38 Euro und 8,84 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,68 Euro.
Der nächste Quartalsbericht wird zum entscheidenden Test für JPMorgans These der Unterbewertung. Erst dann zeigt sich, ob die operative Entwicklung die optimistische Kurszielprognose von 40 Euro auch fundamental untermauern kann.
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