Die Deutsche Telekom steuert auf einen entscheidenden Termin zu: Am Donnerstag legt der Bonner Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Während der Analystenkonsens ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,55 Euro erwartet, haben gleich zwei große Häuser in den vergangenen Tagen ihre Kursziele zurückgenommen. Parallel dazu setzt der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm unvermindert fort.
Zwei Kurszielsenkungen kurz vor der Bilanz
JPMorgan Chase & Co. senkte am Montag vergangener Woche das Kursziel für die Deutsche-Telekom-Aktie von 40,00 auf 38,00 Euro, beließ die Einstufung jedoch bei „Overweight“. Als Hintergrund nannten die Analysten angepasste Erwartungen an die operative Entwicklung der US-Tochter T-Mobile US. Bereits am 21. Juli hatte Deutsche Bank Research das Kursziel von 42,00 auf 40,00 Euro reduziert, die „Buy“-Empfehlung aber unverändert gelassen.
Beide Häuser bleiben damit trotz der Anpassungen deutlich über dem aktuellen Kursniveau positioniert. Die Zurücknahme der Ziele fällt in eine Phase, in der Anleger genau auf Signale zur Entwicklung des US-Geschäfts achten – schließlich hängt ein erheblicher Teil der Konzernbewertung an T-Mobile US. Die anstehenden Quartalszahlen dürften zeigen, ob sich die von den Analysten skizzierten Sorgen in den operativen Daten niederschlagen oder ob der Konzern die Erwartungen übertrifft.
Rückkaufprogramm läuft trotz Kurszielsenkungen weiter
Unbeeindruckt von den vorsichtigeren Analystenstimmen setzt die Deutsche Telekom ihr Aktienrückkaufprogramm fort. Bis zum 24. Juli hatte der Konzern bereits mehr als fünf Millionen eigene Anteile erworben. Solche Rückkäufe signalisieren in der Regel Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung – ein Kontrapunkt zu den skeptischeren externen Einschätzungen. Auch der Vorstandsvorsitzende Timotheus Höttges hatte bereits im Mai über eine ihm nahestehende Person Aktien im Wert von 1,28 Millionen Euro zu einem Kurs von 29,15 Euro erworben, deutlich über dem aktuellen Niveau.
Die Aktie selbst zeigt sich vor dem Bilanztermin in einer Erholungsphase, wenngleich mit deutlichem Abstand zu den Höchstständen des Jahres. Am Freitag schloss das Papier bei 26,85 Euro, ein Minus von 0,63 Prozent auf Tagessicht. Auf Monatssicht steht dagegen ein Plus von 10,49 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass sich der Kurs zuletzt stabilisiert hat. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie jedoch mit 3,38 Prozent im Minus, zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro aus Ende Februar fehlen der Aktie mehr als ein Fünftel.
US-Geschäft bleibt zentraler Bewertungsfaktor
Die Aufmerksamkeit der Analysten auf T-Mobile US kommt nicht von ungefähr. Die US-Tochter hatte im Sommer vergangenen Jahres die Übernahme wesentlicher Teile des Mobilfunkgeschäfts von UScellular abgeschlossen, inklusive Kundenstämme und Spektrum-Lizenzen, für einen finalen Kaufpreis von rund 4,3 Milliarden US-Dollar. Diese Integration prägt seither maßgeblich die operative Entwicklung des US-Geschäfts und damit auch die Erwartungen, die JPMorgan in seiner jüngsten Kurszielanpassung berücksichtigte.
Für Anleger dürfte der Donnerstag damit gleich in mehrfacher Hinsicht richtungsweisend werden: Bestätigt der Konzern die Konsenserwartung beim Ergebnis je Aktie, könnte dies die zuletzt gesenkten Kursziele relativieren. Bleibt die US-Tochter hinter den Erwartungen zurück, dürften weitere Anpassungen folgen. Die nächste Gelegenheit zur Standortbestimmung bietet sich ohnehin bald: Für den 5. November hat die Deutsche Telekom bereits die Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal angekündigt.
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