Der Abgang kommt überraschend schnell. Zum 31. März 2026 verlässt Dr. Abdurazak Mudesir die Deutsche Telekom — der für Produkte und Technologie zuständige Vorstand wechselt auf eigenen Wunsch ins Ausland. Ausgerechnet in einer Phase, in der der Konzern seine KI-Strategie forciert.
Finanzchef springt übergangsweise ein
Mudesir verantwortete die technologische Ausrichtung und Produktstrategie des Konzerns. Bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist, übernimmt Finanzvorstand Christian Illek das Ressort kommissarisch. Ein ungewöhnliche Konstellation, die Fragen zur Kontinuität laufender Technologieprojekte aufwirft.
An der Börse kam die Meldung nicht gut an. Während der DAX am Montag um gut ein Prozent zulegte, gab die Telekom-Aktie gegen den Markttrend nach — ein deutliches Zeichen, dass Anleger den Vorstandsabgang nicht als Randnotiz werteten.
Fundamentaldaten bleiben stabil
Das operative Bild des Konzerns trübt sich dadurch nicht grundlegend ein. Analysten sehen das mittlere Kursziel bei rund 39 Euro — gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 31,72 Euro ein erhebliches Aufwärtspotenzial. Für 2026 wird ein Gewinn je Aktie von rund 2,20 Euro erwartet, die Dividende soll auf 1,00 Euro steigen.
Operativ arbeitet die Telekom unterdessen weiter an ihrem KI-Portfolio. Auf der DMEA Ende April plant der Konzern die Vorstellung einer sprachbasierten KI-Lösung für die Pflegedokumentation — Datenverarbeitung soll dabei ausschließlich in deutschen T-Cloud-Rechenzentren stattfinden.
Der nächste harte Prüfstein ist der 13. Mai 2026, wenn die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt werden. Bis dahin dürfte die Nachfolgesuche im Technologieressort das bestimmende Thema für den Kurs bleiben.
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