Die Deutsche Telekom rückt wieder ins Blickfeld von Analysten, die dem Papier deutliches Aufwärtspotenzial zutrauen. Nach einer Bewertungsanalyse liegt der faire Wert der Aktie bei 37,41 Euro – das entspräche einer Unterbewertung von rund 22,6 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Getragen wird diese Einschätzung vom US-Geschäft der Bonner, das sich als zentraler Wachstumstreiber etabliert.
US-Geschäft liefert die Argumente
Im Zentrum der positiven Einschätzung steht die Tochter T-Mobile US. Dort verzeichnet der Konzern Rekord-Nettozugänge im Postpaid-Bereich, verbunden mit einem steigenden durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer. Zusätzlich baut die Deutsche Telekom über die Beteiligungen Lumos und Metronet ihr Glasfasernetz in den USA aus und setzt parallel auf Fixed Wireless Access als weiteres Standbein für Breitbandkunden ohne klassischen Kabelanschluss.
Diese Kombination aus Kundenwachstum, steigenden Durchschnittsumsätzen und Infrastrukturausbau begründet aus Sicht der Bewertungsanalyse die Diskrepanz zwischen aktuellem Kurs und fairem Wert.
Über einen Zeitraum von drei Jahren hat die Aktie demnach eine Gesamtrendite von 65,35 Prozent erzielt, über fünf Jahre sogar 84,51 Prozent – Zahlen, die den langfristigen Wertzuwachs trotz der zwischenzeitlichen Schwäche der vergangenen zwölf Monate unterstreichen.
Kurzfristige Erholung nimmt Fahrt auf
Der Blick auf den Kursverlauf der jüngeren Vergangenheit zeigt eine deutliche Gegenbewegung: Auf Monatssicht hat die Aktie um 6,2 Prozent zugelegt. Damit hat sich das Papier von seinem Jahrestief bei 23,54 Euro spürbar entfernt, notiert aber weiterhin klar unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, das Ende Februar erreicht wurde.
Diese Erholung fällt in eine Phase, in der andere europäische Standardwerte eher lethargisch agierten – der Übergang von einer Schwächephase zu neuer Stärke wird von Marktbeobachtern aufmerksam verfolgt.
Ein Analyst sieht die 30-Euro-Marke als nächste wichtige Wegmarke, an der sich zeigen dürfte, ob die Erholung nachhaltig ist oder ob dem Titel nach dem jüngsten Anstieg die Puste ausgeht. Charttechnisch gilt dieser Bereich als Signalzone für die weitere Richtung.
Bewertung bleibt der zentrale Anker
Für langfristig orientierte Anleger bleibt die fundamentale Bewertung der wichtigere Maßstab als kurzfristige charttechnische Marken. Die Diskrepanz zwischen Kurs und errechnetem fairem Wert von über 22 Prozent liefert Argumente für Anleger, die auf eine Fortsetzung des US-Wachstumskurses setzen.
Entscheidend wird sein, ob sich die positiven Trends bei Postpaid-Kunden, ARPU und Glasfaserausbau in den kommenden Quartalen fortsetzen und damit die aktuell als zu niedrig eingeschätzte Bewertung rechtfertigen.
Die Kombination aus solider operativer Entwicklung in den USA und einer im historischen Vergleich attraktiven Bewertung macht die Deutsche Telekom damit weiterhin zu einem Fall, den Value-orientierte Investoren im Blick behalten dürften – auch wenn die Aktie im Zwölfmonatsvergleich noch immer im Minus liegt.
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