Die Deutsche Telekom steht vor entscheidenden Tagen. Ver.di weitet die Warnstreiks massiv aus. Nächste Woche folgen die nächste Verhandlungsrunde und die Vorlage der neuen Quartalszahlen.
Druck vor der dritten Runde
Am Freitag legten Beschäftigte in vier Bundesländern die Arbeit nieder. Betroffen waren Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Baden-Württemberg. Bereits am Donnerstag bestreikte die Gewerkschaft Standorte in zwölf weiteren Bundesländern.
Die Mobilisierung wächst spürbar. In der ersten Streikwoche beteiligten sich über 10.000 Mitarbeiter. Die Gewerkschaft erhöht damit gezielt den Druck auf den Konzern.
Forderungen und Folgen für Kunden
Ver.di vertritt bundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigte. Die Arbeitnehmervertreter fordern ein Lohnplus von 6,6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Hinzu kommt ein jährlicher Bonus für Gewerkschaftsmitglieder.
Die Arbeitgeberseite hat bislang kein Angebot vorgelegt. Ver.di reagierte enttäuscht und rief zum Ausstand auf. Die Folge: Kunden spüren den Konflikt im Alltag. Hotlines sind schwerer erreichbar. Der technische Support verzögert sich. Auch vereinbarte Kundentermine fallen kurzfristig aus.
Aktie im Abwärtssog
An der Börse reagieren Investoren zurückhaltend. Die Telekom-Aktie verlor am Freitag 1,01 Prozent. Der Kurs rutschte auf 27,41 Euro. Auf Monatssicht steht ein Minus von knapp 13 Prozent auf der Anzeigetafel.
Der Tarifstreit trifft den Konzern in einer dichten Nachrichtenwoche. Am 11. und 12. Mai treffen sich die Parteien zur dritten Verhandlungsrunde. Einen Tag später präsentiert das Telekom-Management die Ergebnisse für das erste Quartal.
Das Unternehmen peilte zuletzt für das Gesamtjahr einen Kerngewinn von rund 47 Milliarden Euro an. Am Mittwoch erwarten Anleger ein klares Update zur aktuellen Geschäftsentwicklung.
