Die Deutsche Telekom baut ihr Angebot für Unternehmenskunden weiter aus. Der Bonner DAX-Konzern hat heute eine strategische Partnerschaft mit dem US-Spezialisten Cloudflare bekannt gegeben.
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen erweiterte Sicherheits- und Konnektivitätslösungen für Geschäftskunden, flankiert von einer direkten Verbindung beider Netzwerk-Infrastrukturen. Am Aktienmarkt verpuffte die Nachricht zunächst: Im heutigen Handel gibt das Papier um 1,5 Prozent nach und steht bei 26,41 Euro.
Netze werden direkt gekoppelt
Kern der Vereinbarung ist die Kombination der Telekom-Netzkapazitäten mit den Cybersicherheits- und Auslieferungsdiensten des US-Unternehmens. Durch die direkte Kopplung der beiden Netzwerke sollen Geschäftskunden von verbesserten Reaktionszeiten und stabilerer Datenübertragung profitieren. Zudem nimmt der Konzern entsprechende Schutzfunktionen vor Cyberangriffen fest in den Vertrieb auf.
Für die operative Umsetzung soll die IT-Großkundentochter T-Systems sorgen. Sie integriert die Sicherheits- und Konnektivitätslösungen von Cloudflare vollständig in das eigene Dienstleistungsangebot. Damit zielt die Telekom auf Firmenkunden ab, die im Zuge der Digitalisierung zunehmend auf Cloud-Anwendungen angewiesen sind und zeitgleich wachsende Anforderungen an die Ausfallsicherheit ihrer IT-Architektur stellen müssen.
Strategische Diskussionen belasten das Sentiment
Der operative Vorstoß fällt in eine Phase spürbarer Unsicherheit an den Märkten. Vor dem Hintergrund des jüngsten Kursrückgangs liegt der Titel mittlerweile 23 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Neben dem Tagesgeschäft rücken bei Investoren vor allem übergeordnete Fragen zur Konzernstruktur in den Vordergrund.
Medienberichten zufolge stufte das Analysehaus Bernstein die T-Aktie am Freitag von „Outperform“ auf „Market-Perform“ herab und reduzierte das Kursziel deutlich von 37 Euro auf 28,10 Euro. Die Experten begründeten diesen Schritt mit wachsender Skepsis über eine mögliche Fusion mit der US-Tochter T-Mobile US sowie dem zunehmenden Konkurrenzdruck im heimischen Breitbandgeschäft.
Zusätzliche Dynamik erhält die Debatte durch Aktivitäten auf Investorenseite. Laut Reuters Breakingviews vom 21. September steht die ausgeprägte geografische Abhängigkeit von T-Mobile US zur Diskussion, weshalb der Bonner Konzern auch Zukäufe in Europa prüfen könnte.
Ein Bericht von Reuters vom 3. September hatte zudem die Beteiligung des Investors Elliott Investment Management öffentlich gemacht, der sich gegen eine Fusion mit T-Mobile US gewandt haben soll. Die Kooperation mit Cloudflare unterstreicht zwar den Ausbau des operativen Kerngeschäfts in Europa, die Weichenstellungen rund um das US-Engagement bleiben für Anleger jedoch das dominierende Thema.
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