Barclays hat das Kursziel für die Deutsche Telekom von 36 auf 35 Euro gesenkt und stuft die Aktie weiterhin mit „Overweight“ ein. Analyst Mathieu Robilliard begründet den Schritt mit Unsicherheiten rund um den Konzernumbau des Bonner Telekommunikationskonzerns. Die jüngsten Quartalszahlen bewertet er als im Rahmen der Erwartungen, den Ausblick sieht er leicht angehoben.
Die Nachricht trifft die Aktie an einem ohnehin schwachen Handelstag. Das Papier notiert bei 28,22 Euro und verliert heute 2,56 Prozent. Damit setzt sich eine Bewegung fort, die bereits am vergangenen Freitag mit der Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms auf 5 Milliarden Euro begonnen hatte – seither hat der Kurs rund 2,6 Prozent eingebüßt.
Offenbar reicht selbst ein ausgeweitetes Rückkaufvolumen nicht aus, um Anleger von der Aktie zu überzeugen, solange die Bedenken zur Konzernstruktur im Raum stehen.
Rückkauf wird ausgeweitet, Wirkung bleibt fraglich
Die Deutsche Telekom hatte am Freitag verkündet, ihr Aktienrückkaufprogramm auf 5 Milliarden Euro aufzustocken – begleitet von Quartalszahlen, die Marktbeobachter als solide einordneten. Trotzdem gab die Aktie nach.
Genau dieses Missverhältnis zwischen Fundamentaldaten und Kursreaktion greift Barclays in seiner aktuellen Einschätzung auf: Robilliard wertet das ausgeweitete Rückkaufprogramm als positives Signal, sieht aber die Unsicherheiten beim Konzernumbau als Belastungsfaktor, der die Kaufbereitschaft der Anleger dämpft. Der Analyst bestätigt seine „Overweight“-Einstufung, korrigiert das Kursziel aber leicht nach unten – von 36 auf 35 Euro.
Für die Aktie bedeutet das: Selbst positive operative Signale wie ein größeres Rückkaufvolumen oder ein leicht angehobener Ausblick reichen derzeit nicht aus, um den Abwärtsdruck zu stoppen. Anleger scheinen stärker auf strukturelle Fragen zu schauen als auf die reinen Quartalszahlen.
Konzernumbau bleibt der entscheidende Unsicherheitsfaktor
Was genau Barclays unter den Unsicherheiten beim Konzernumbau versteht, führt der Analyst nicht im Detail aus. Klar ist jedoch, dass dieser Punkt aus Sicht des Analysten schwerer wiegt als die operative Entwicklung. Das erklärt auch, warum das gesenkte Kursziel trotz der positiven Einordnung der Quartalszahlen und des Rückkaufprogramms zustande kommt – die Bewertung bleibt insgesamt konstruktiv, die Zielmarke aber vorsichtiger gesetzt.
Charttechnisch notiert die Aktie derzeit knapp unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 28,57 Euro, ein Abstand von rund 1,2 Prozent. Das deutet darauf hin, dass der jüngste Rückschlag den mittelfristigen Trend zwar anknackst, aber noch nicht bricht. Von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, das die Aktie Ende Februar erreicht hatte, ist das Papier inzwischen fast 18 Prozent entfernt.
Für Anleger ergibt sich daraus ein zwiespältiges Bild: Operative Kennziffern und die ausgeweitete Kapitalrückführung sprechen für das Unternehmen, die Skepsis der Analysten gegenüber der künftigen Konzernstruktur bremst jedoch die Kursfantasie. Die Reaktion des Marktes am heutigen Montag zeigt, dass diese strukturellen Fragen derzeit stärker wiegen als kurzfristig positive Nachrichten aus dem operativen Geschäft.
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