Am 19. Juni fällt bei der Deutschen Telekom eine weitreichende Entscheidung. Die ver.di-Tarifkommission stimmt endgültig über den neuen Tarifvertrag ab. Für den Konzern steht die Kostenplanung der nächsten Jahre auf dem Spiel. Die Aktie reagierte zuletzt gelassen und schloss am Freitag bei 28,33 Euro.
Teurer Frieden bis 2028
Rund 60.000 Beschäftigte sind von dem Vertrag betroffen. Zuvor hatten mehr als 32.000 Streikende den Druck auf das Management massiv erhöht. Die Gewerkschaft empfiehlt die Annahme des Pakets. Es sichert den Mitarbeitern ein deutliches Lohnplus:
- Ab August 2026 steigt das monatliche Zusatzeinkommen um 150 Euro.
- Im Juli 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 140 Euro.
- Ab Juni 2028 klettern die Tabellenentgelte um 2,4 Prozent.
Das Ecklohn-Niveau steigt durch diese Staffelung um 8,5 Prozent. Die Telekom schließt im Gegenzug betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2028 aus. Dieser Schutz gilt ebenso für die Töchter DT SE und PVG. Tarifbeschäftigte mit ver.di-Mitgliedschaft erhalten dieses Jahr einen Bonus von 440 Euro.
Planungssicherheit für Milliarden
Für das Management ist das Abkommen mehr als eine reine Tarifzahl. Die Folge: Der Konzern erkauft sich Planbarkeit in einem schwierigen Umfeld. UBS-Analyst Polo Tang wertet genau diese Kostensicherheit als großen Gewinn für das Unternehmen. Fällt das Votum am 19. Juni negativ aus, drohen neue Streiks.
Operativ läuft das Geschäft stabil. Der Vorstand rechnet für das Gesamtjahr mit einem bereinigten operativen Ergebnis von rund 47,5 Milliarden Euro. Der freie Cashflow soll die Marke von 19,8 Milliarden Euro übertreffen. Das Ergebnis je Aktie taxiert das Management auf 2,20 Euro.
Parallel stützt der Bonner Konzern den Kurs aktiv. Das aktuelle Rückkaufprogramm umfasst bis zu zwei Milliarden Euro. Allein in der ersten Juniwoche erwarb die Telekom über 1,5 Millionen eigene Papiere.
Blick auf den Chart
Auf Wochensicht verbuchte das Papier ein Plus von gut zwei Prozent. Mit 28,33 Euro notiert die Aktie knapp unter der 50-Tage-Linie. Vom Jahreshoch im Februar trennen den Kurs aktuell noch rund 17 Prozent.
Ein positives Votum der Gewerkschaftsmitglieder am 19. Juni würde die erhoffte Kostensicherheit besiegeln. Lehnt die Basis ab, beginnt die Hängepartie von vorn. Der nächste operative Prüfstein folgt wenige Wochen später. Am 6. August präsentiert das Management die Zahlen für das zweite Quartal.
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