Die Deutsche Telekom zeigt sich von der wachsenden Konkurrenz durch Satelliteninternet unbeeindruckt. T-Mobile-Chef Gopalan erklärte, die Bedrohung durch SpaceX und dessen Starlink-Netzwerk werde in der öffentlichen Debatte übertrieben dargestellt. Satellitentechnologie ergänze den klassischen Mobilfunk, ersetze ihn aber nicht. Diese Einschätzung steht im Gegensatz zu SpaceX-Präsidentin Shotwell, die durchaus mit einer Abwerbung von Kunden rechnet. Für die Deutsche Telekom ist die Frage nicht nebensächlich: Der Bonner Konzern hält 53,7 Prozent an der US-Tochter T-Mobile und damit einen bestimmenden Einfluss auf deren strategische Ausrichtung.
Fußball-Weltmeisterschaft treibt Umsatz und Gewinn
Neben der Satellitendebatte sorgt ein handfester Geschäftserfolg für Aufmerksamkeit: Die Deutsche Telekom hat im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Streamingdienst MagentaTV profitierte sichtbar vom Turnier, offene Fragen bleiben allerdings zur genauen Zahl der WM-bedingten Neukunden. Für Anleger zählt vor allem der grundsätzliche Trend: Ein margenstarkes Zusatzgeschäft rund um Sportinhalte stützt die Ertragsbasis im deutschen Kerngeschäft, während der Konzern parallel seine Kapitalrückführung an Aktionäre ausweitet.
Genau hier schließt sich der Kreis zu den jüngsten Kapitalmarktentscheidungen. Der Aufsichtsrat hatte das Aktienrückkaufprogramm gestern auf bis zu 5 Milliarden Euro verdoppelt, nachdem bereits 1,2 Milliarden Euro für 42,1 Millionen Aktien ausgegeben worden waren. Die neuen Käufe sollen vom 10. August bis zum 22. Dezember laufen, gedeckt durch eine Ermächtigung der Hauptversammlung, die bis April 2030 reicht. Bereits am vergangenen Montag hatte der Markt zudem registriert, dass eine Fusion mit T-Mobile als unwahrscheinlich gilt – die Aktie legte seither um 3,2 Prozent zu.
Kurs nähert sich wieder dem Jahreshoch
Die Kombination aus operativem Rückenwind durch die WM, einem ausgeweiteten Rückkaufprogramm und der Klarheit über die T-Mobile-Frage hat dem Papier zuletzt spürbar Auftrieb gegeben. Zum Schluss des Freitagshandels stand die Aktie bei 29,00 Euro, auf Wochensicht ein Plus von 8,13 Prozent. Damit hat sich der Kurs binnen sieben Tagen deutlich vom 50-Tage-Durchschnitt gelöst, bleibt aber noch 15,57 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro. Der Abstand zeigt: Trotz der jüngsten Rally ist noch Luft nach oben, sollte sich die operative Dynamik aus dem WM-Quartal fortsetzen.
Für Anleger ergibt sich damit ein Bild aus mehreren sich verstärkenden Faktoren. Die Ertragskraft aus dem laufenden Geschäft, ergänzt um WM-Effekte bei MagentaTV, liefert die fundamentale Basis. Die Kapitalrückführung über den erweiterten Rückkauf signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Bilanzstärke. Und die Entschärfung der Fusionsspekulation mit T-Mobile nimmt eine Unsicherheit aus der Bewertung der US-Beteiligung, die für die Deutsche Telekom nach wie vor der größte Werttreiber im Konzern ist. Die Gelassenheit gegenüber Starlink rundet das Bild ab: Solange der Satellitenanbieter aus Sicht des Managements kein disruptives Risiko für das Mobilfunkgeschäft darstellt, bleibt die strategische Stoßrichtung des Konzerns unverändert – Wachstum im Kerngeschäft, gestützt durch Zusatzerträge aus Streaming und Sportrechten, kombiniert mit einer aktionärsfreundlichen Kapitalpolitik.
Deutsche Telekom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Telekom-Analyse vom 8. August liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Telekom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Telekom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Telekom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
