Ausgerechnet heute verliert die Deutsche Telekom-Aktie eine ihrer letzten Stützen. Die zweite Tranche des laufenden Aktienrückkaufprogramms endet am 30. Juni — und das nahe dem 52-Wochen-Tief von 24,20 Euro.
Ein verlässlicher Käufer fällt weg
Seit April hat die Telekom knapp 17 Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Allein in der vergangenen Woche kamen 1,65 Millionen Papiere hinzu. Das Volumen der zweiten Tranche belief sich auf bis zu 550 Millionen Euro.
Ab Juli fehlt dieser regelmäßige Käufer im Markt. Eine dritte Tranche ist zwar geplant — einen bestätigten Starttermin gibt es aber nicht. Die Aktie schloss gestern bei 24,89 Euro, rund 27,5 Prozent unterhalb des Februar-Hochs. Der RSI liegt bei 25 — ein technisch überverkauftes Niveau.
Gute Nachrichten, die niemanden interessieren
Das Paradoxe: Die operative Lage ist stark. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz organisch um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL stieg um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Daraufhin hob das Management die Jahresziele an — auf rund 47,5 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA AL und mehr als 19,8 Milliarden Euro Free Cashflow.
Fitch Ratings hat das Emittentenausfallrating sogar von BBB+ auf A- angehoben. Begründung: verbessertes operatives Profil in den USA, stärkere Cashflow-Generierung, wachsende Beteiligung an T-Mobile US. Am Markt verpuffte das Upgrade wirkungslos.
Fusionsgerüchte als eigentliches Problem
Der Hauptgrund für die Kursschwäche ist ein anderer. Das Wall Street Journal berichtete, Vorstandschef Tim Höttges prüfe eine Holding-Struktur, die Deutsche Telekom und T-Mobile US zusammenführen könnte. Der Konzern ließ das unbestätigt.
T-Mobile US trägt bereits rund zwei Drittel des Konzernumsatzes bei. Eine vollständige Übernahme würde den Zugang zu den Cashflows vereinfachen — kurzfristig aber die Bilanz belasten. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Den nächsten konkreten Impuls liefert der 6. August 2026. Dann präsentiert die Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal — und das Management hat die Chance, die Fusionsspekulationen direkt zu adressieren.
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