36 Millionen Zuschauer in sieben Tagen — MagentaTV erlebt bei der Fußball-WM 2026 seinen bisher stärksten Moment. An der Börse kommt davon nichts an.
Streaming-Rekorde auf ganzer Linie
Die WM beschert MagentaTV neue Bestmarken. 36 Millionen Menschen verfolgten in den ersten sieben Turniertagen die Gruppenspiele auf den drei Kanälen des Pay-TV-Senders. Den Spitzenwert erzielte Frankreich gegen Senegal mit 6,5 Millionen Zuschauern — mehr als je ein Spiel zuvor in der MagentaTV-Geschichte.
Die Abonnementzahlen verdoppelten sich im Vergleich zur Europameisterschaft 2024. Über die Social-Kanäle liefen in den ersten Tagen mehr als 300 Millionen Impressions. Beim Auftaktspiel der deutschen Elf erreichte der Datendurchsatz im Telekom-Netz 2.700 Gigabit pro Sekunde. Für MagentaTV selbst stellte das Spiel mit 14.700 Gigabit pro Sekunde einen neuen Allzeitrekord auf.
Die Telekom zeigt als einziger Anbieter alle 104 Spiele live — 44 davon exklusiv. Ein großes Rechtepaket hat das Unternehmen an ARD und ZDF sublizenziert.
Solides Q1, angehobene Prognose
Die WM-Zahlen treffen auf ein ohnehin stabiles Fundament. Im ersten Quartal 2026 stieg der organische Umsatz um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zu.
Das Management hob daraufhin die Jahresziele an. Für 2026 peilt der Konzern ein bereinigtes EBITDA von rund 47,5 Milliarden Euro an. Der freie Cashflow soll 19,8 Milliarden Euro übertreffen.
Hinzu kommt Klarheit auf der Kostenseite. Nach vier Wochen Warnstreiks einigte sich die Telekom mit ver.di am 27. Mai auf einen neuen Tarifvertrag. Er gilt für rund 60.000 Beschäftigte, läuft 33 Monate bis Ende 2028 und bringt ein Lohnplus von rund 8,5 Prozent. Betriebsbedingte Kündigungen sind für die gesamte Laufzeit ausgeschlossen.
Schere zwischen Betrieb und Kurs
Operative Stärke auf der einen Seite, Kursschwäche auf der anderen. Die Aktie notiert bei 26,16 Euro — nur 1,75 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom 22. Juni. In den vergangenen zwölf Monaten verlor das Papier rund 15 Prozent. Der RSI liegt bei 32,3 und zeigt damit überverkauftes Terrain an.
Als Belastungsfaktor gilt die Unsicherheit rund um eine mögliche vollständige Fusion mit T-Mobile US. Berichte darüber kursierten seit Ende April und drücken auf die Stimmung — obwohl die operativen Zahlen in die andere Richtung zeigen.
Am 6. August veröffentlicht die Deutsche Telekom die Ergebnisse für das zweite Quartal. Die WM-Abonnementzahlen werden dann zeigen, ob MagentaTV den Rekordstart in dauerhaftes Wachstum ummünzen konnte.
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