Der DAX jagt von Rekord zu Rekord. Die Aktie der Deutschen Telekom fällt indes immer weiter zurück. Mit einem aktuellen Kurs von 25,19 Euro notiert der Titel fast 27 Prozent unter seinem Jahreshoch. Ein hartnäckiger Abwärtstrend, der tiefere Ursachen hat.
Teurer Burggraben im Festnetz
Im deutschen Festnetzgeschäft profitiert der Bonner Konzern paradoxerweise von extremen Baukosten. Der Glasfaserausbau ist hierzulande bis zu siebenmal teurer als in Spanien. Diese massive Hürde schreckt potenzielle Wettbewerber ab. Viele Konkurrenten müssen ihre Ausbaupläne derzeit aus wirtschaftlichen Gründen drosseln.
Der ehemalige Monopolist nutzt stattdessen seine bestehende Infrastruktur. Langfristig festigt die Telekom so ihre dominierende Stellung im Heimatmarkt. Die Konsolidierung spielt dem Konzern direkt in die Karten.
Neue Konkurrenz aus dem All
Parallel dazu formiert sich ein völlig neuer Wettbewerb. SpaceX treibt sein Satelliten-Netzwerk aggressiv voran. Bis Ende 2027 sollen 15.000 neue Trabanten ins All starten. Das Ziel: Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde für jeden Nutzer.
Auch Amazon erhöht das Tempo spürbar. Am 3. Juli 2026 schoss der US-Konzern weitere 29 Satelliten seines „Project Kuiper“ in den Orbit. Insgesamt kreisen nun knapp 400 dieser Flugkörper um die Erde. Amazon will noch in diesem Jahr erste kommerzielle Dienste anbieten. Das greift das traditionelle Breitbandgeschäft direkt an.
Chartbild signalisiert Schwäche
Am Finanzmarkt spiegeln sich diese Sorgen deutlich wider. Die Telekom-Aktie verlor seit Jahresbeginn knapp zehn Prozent an Wert. Der Kurs rutschte spürbar unter wichtige Trendlinien. Der 50-Tage-Durchschnitt verläuft aktuell bei 27,49 Euro. Davon ist das Papier gut acht Prozent entfernt.
Ein kleines Trostpflaster bleibt für kurzfristige Trader. Der Relative Strength Index (RSI) steht derzeit bei 36,8 Punkten. Die Aktie nähert sich damit langsam dem überverkauften Bereich.
Analysten von JPMorgan sehen in der breiten Branchenschwäche durchaus Einstiegschancen. Voraussetzung dafür ist ein stabiler Halbleiterzyklus bis ins Jahr 2028. Das Management der Telekom muss nun beweisen, dass die lokale Glasfaser-Dominanz die orbitale Konkurrenz abwehrt. Gelingt das nicht, drohen Margenverluste im lukrativen ländlichen Raum.
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