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Deutsche Telekom Aktie: 26./27. Mai entscheidend

Die Deutsche Telekom steht vor entscheidenden Tarifverhandlungen. Trotz operativ solider Zahlen und Prognoseanhebung belasten Warnstreiks und eine schwache Aktienperformance den Konzern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis
  • ver.di fordert 6,6 Prozent mehr Gehalt
  • Prognose für 2026 leicht angehoben
  • Glasfaserausbau bleibt hinter Erwartungen

Bei der Deutschen Telekom rückt der Tarifstreit in eine heikle Phase. Nach einer gescheiterten Runde trifft operative Stärke auf wachsenden Druck aus Warnstreiks. Der Konflikt ist nicht nur ein Personalthema: Er berührt Kundendienst, Glasfaserausbau und die Stimmung rund um die Aktie.

Tarifstreit spitzt sich zu

Die dritte Runde in Potsdam endete ohne Durchbruch. Die Arbeitgeber legten ein Strukturangebot vor, ver.di wies es als unzureichend zurück. Am 26. und 27. Mai folgt die vorerst letzte geplante Runde.

ver.di fordert für rund 60.000 Tarifbeschäftigte ein Entgeltplus von 6,6 Prozent. Die Laufzeit soll kurz bleiben. Dazu verlangt die Gewerkschaft einen Mitgliederbonus von 660 Euro im Jahr.

Der Druck kommt nicht nur vom Verhandlungstisch. Seit Ende April beteiligten sich mehr als 20.000 Beschäftigte an Warnstreiks. Bei der Kundgebung in Potsdam kamen rund 2.500 Beschäftigte zusammen.

Neu ist, dass auch Beschäftigte aus Privatkunden-Vertrieb, Services Europe und T-Systems zu Solidaritätsstreiks aufgerufen wurden. Damit verbreitert ver.di den Konflikt im Konzern. Kein Wunder, dass die nächste Runde Gewicht hat.

Starke Zahlen, schwache Auslastung

Der Tarifkonflikt trifft einen Konzern, der operativ solide läuft. Nach dem Jahresstart hob die Telekom ihre Prognose leicht an. Für 2026 plant sie mit rund 47,5 Milliarden Euro bereinigtem EBITDA AL und mehr als 19,8 Milliarden Euro Free Cashflow AL.

Das liefert ver.di ein greifbares Argument. Die Gewerkschaft verweist auf das für 2026 geplante Aktienrückkaufprogramm über zwei Milliarden Euro. Nach Unternehmensangaben läuft das Programm planmäßig weiter.

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Ein zweites Thema bleibt der Glasfaserausbau. Die Telekom investiert viel, gewinnt aber noch zu wenige Kunden für das neue Netz. Die Aufnahmerate lag bei 17,1 Prozent und damit 1,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

Beim Ausbau selbst hält der Konzern Tempo. In diesem Jahr sollen 0,75 Millionen FTTH-Neukunden hinzukommen. Für 2027 peilt die Telekom dann eine Million an.

Für den nächsten Ausbauabschnitt sind zusätzliche 800 Millionen Euro vorgesehen. Bis 2030 plant der Konzern mit 30 Milliarden Euro Gesamtbudget. Das zeigt den Spagat: Das Netz wächst, die Auslastung muss nachziehen.

Aktie bleibt angeschlagen

Die Aktie schloss am Freitag bei 27,63 Euro, ein Minus von 0,58 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Rückgang von 15,17 Prozent.

Technisch bleibt der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt mit 5,52 Prozent negativ. Der jüngste Wochengewinn ändert daran wenig. Der Markt honoriert die operative Stärke derzeit nur begrenzt.

Der nächste Fixpunkt ist die Tarifrunde am 26. und 27. Mai. Ein Abschluss würde Druck aus Kundendienst und Glasfaserausbau nehmen; ohne Einigung könnte ver.di den Arbeitskampf ausweiten. Am 6. August folgen die nächsten Quartalszahlen.

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Diskussion zu Deutsche Telekom

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.