Ein Rückkaufprogramm wirkt wie ein stiller Käufer im Markt. Genau dieser Käufer fällt bei der Deutschen Telekom zum 30. Juni weg — ausgerechnet, wenn die Aktie nur knapp über ihrem Jahrestief notiert.
Wichtiger Nachfragepuffer endet
Seit April hat die Telekom knapp 17 Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Das Programm umfasste ein Volumen von bis zu 550 Millionen Euro. Mit dem Monatsende läuft diese Tranche aus.
Das Timing ist heikel. Der Kurs liegt bei 26,31 Euro — gerade mal 2,3 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 25,71 Euro. Über die vergangenen 30 Tage hat die Aktie mehr als zehn Prozent verloren. Alle drei gleitenden Durchschnitte (50, 100 und 200 Tage) liegen deutlich über dem aktuellen Kurs.
Das Management plant für 2026 weitere Rückkäufe im Milliardenwert. Kurzfristig aber fehlt der Puffer.
Fitch hebt Rating an — der Kurs ignoriert es
Fundamental sieht das Bild anders aus. Fitch Ratings stufte die Telekom zuletzt von BBB+ auf A- hoch. Die Begründung: starke Marktposition im Heimatmarkt, robuster Cashflow der US-Tochter T-Mobile US. Den Verschuldungsgrad erwartet Fitch in den nächsten Jahren nahe dem 2,0-fachen des EBITDA — trotz steigender Ausschüttungen und Investitionen.
Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz organisch um knapp fünf Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf 11,5 Milliarden Euro. Der Vorstand hob daraufhin die Jahresziele an.
Kein Wunder, dass Marktbeobachter die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursschwäche registrieren.
Zwei weitere Belastungsfaktoren
Medienberichte über mögliche Umstrukturierungen bei T-Mobile US drücken zusätzlich auf die Stimmung. Das Management hat diese Berichte bisher nicht bestätigt.
Ferner läuft bis 1. Juli eine bundesweite Netzmessung der Bundesnetzagentur. Die Ergebnisse erscheinen erst im Herbst — könnten dann aber politische Debatten über den Netzausbau befeuern.
Am 6. August veröffentlicht die Telekom die Zahlen für das zweite Quartal. Bis dahin fehlt ein klarer Kurstreiber — und der bisherige Stützkäufer ist weg.
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