Die Deutsche Telekom baut ihre Sportrechte-Sammlung weiter aus. Der Bonner Konzern zeigt die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 exklusiv über MagentaTV. Es ist bereits das dritte große Fußball-Turnier in Folge, das sich die Telekom für ihre Streaming-Plattform sichert.
Alle 104 Spiele exklusiv bei MagentaTV
Die Telekom hat sich beim Wettbieten für ein Paket mit 104 Spielen durchgesetzt. Alle Partien des Jubiläumsturniers laufen damit nur beim kostenpflichtigen Sender.
Das Turnier zum 100-jährigen Bestehen der WM findet vom 8. Juni bis zum 21. Juli 2030 statt. 48 Teams spielen über drei Kontinente hinweg, ausgetragen wird in Spanien, Portugal, Marokko, Uruguay, Paraguay und Argentinien.
Schon im vergangenen Jahr hatte sich die Telekom die Rechte an der EURO 2028 von ARD und ZDF gesichert. Auch hier sind dank 17 exklusiver Partien alle 51 Spiele nur bei MagentaTV zu sehen.
Die Erfolgsformel von der letzten WM
Die Telekom begründet den neuen Deal mit den Erfahrungen der jüngsten Fußball-WM. „Es war für uns eine Weltmeisterschaft der Rekorde“, sagt Rodrigo Diehl, im Vorstand für das Deutschland-Geschäft zuständig. Der Konzern habe über 200 Millionen Zuschauer erreicht und deutlich mehr Kunden gewonnen als erwartet.
Wie das Free-TV-Angebot für 2030 konkret aussehen wird, steht noch nicht fest. Bei der WM 2026 hatte die Telekom Spiele per Sub-Lizenz an ARD und ZDF verkauft. 44 Partien liefen dennoch exklusiv bei MagentaTV, darunter zwei Viertelfinals.
Eine Vorgabe bleibt aber klar: Der Medienstaatsvertrag schreibt vor, dass Spiele der deutschen Mannschaft frei empfangbar sein müssen.
Analysten sehen trotz gesenktem Kursziel Potenzial
Parallel zur Rechte-Offensive haben Analysten die Aktie neu bewertet. Deutsche Bank Research senkte das Kursziel von 42 auf 40 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Analyst Robert Grindle begründet den Schritt mit Konkurrenzdruck durch Starlink und das KI-Projekt Stargate — beide Projekte lassen die Telekom am europäischen Telekommarkt weniger strahlen als früher.
Gleichzeitig sieht Grindle weiter Argumente für die Aktie. Die im Vergleich zu Wettbewerbern niedrigere Bewertung spreche dafür, ebenso die Aussicht auf mehr Klarheit bei möglichen Fusionen und Übernahmen.
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 27,23 Euro, ein Plus von 1,60 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Zuwachs von 2,87 Prozent zu Buche — vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro bleibt das Papier aber noch gut 20 Prozent entfernt.
Ob sich der Rechteerwerb operativ auszahlt, zeigt sich bei den kommenden Quartalszahlen. Dann wird deutlich, wie stark sich die Sportrechte-Strategie auf die Kundenentwicklung im TV-Geschäft auswirkt.
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