Ein tiefrotes Geschäftsjahr und eine deutliche Abstufung durch S&P Global setzen die Deutsche Pfandbriefbank massiv unter Druck. Der Rückzug aus dem US-Gewerbeimmobilienmarkt hat tiefe Löcher in die Bilanz gerissen und zwingt das Management zu einer harten Neuausrichtung. Die jüngste Gewinnprognose verfehlt die Markterwartungen drastisch.
US-Rückzug reißt tiefes Loch
Die Altlasten aus den Vereinigten Staaten haben das Jahr 2025 stark geprägt. Die Abschreibungen und Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite sprangen von 170 Millionen auf 410 Millionen Euro nach oben. Allein 334 Millionen Euro davon entfielen auf das US-Geschäft und Projektfinanzierungen. Unter dem Strich verbuchte das Institut einen Vorsteuerverlust von 250 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 104 Millionen Euro stand. Aktionäre gehen in der Folge komplett leer aus, im Vorjahr floss noch eine Dividende von 0,15 Euro je Anteilsschein.
Auch der Blick in die Zukunft liefert wenig Entlastung. Für das laufende Jahr 2026 rechnet Vorstandschef Kay Wolf lediglich mit einem Vorsteuergewinn von 30 bis 40 Millionen Euro. Branchenexperten hatten im Vorfeld mit einem rund 100 Millionen Euro höheren Ergebnis kalkuliert. Die operativen Erträge dürften den Vorjahreswert von 422 Millionen Euro eher unterschreiten, da das Neugeschäft in Europa den Wegfall der US-Kredite nur langsam ausgleicht.
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S&P senkt Daumen für Kreditprofil
Diese angespannte Lage an den Gewerbeimmobilienmärkten und die bescheidenen Ertragsaussichten riefen Mitte März S&P Global auf den Plan. Die Ratingagentur stufte das eigenständige Kreditprofil der Bank herab. Es liegt nun eine Stufe unter dem Investment-Grade-Bereich. S&P bemängelt vor allem die eingeschränkte finanzielle Flexibilität und höhere Refinanzierungskosten im direkten Branchenvergleich. Den negativen Ausblick für das Gesamtrating behielten die Analysten bei.
Ein personeller Umbruch begleitet die operative Neuausrichtung. Nach dem Rücktritt von Aufsichtsratschef Dr. Louis Hagen im März soll Jan Kupfer das Kontrollgremium nach der Hauptversammlung übernehmen. Im Juni stößt zudem Barkha Mehmedagic von der ING in den Vorstand, um das Immobilienressort zu leiten. Sie soll das europäische Neugeschäft weiter ankurbeln, das 2025 bereits auf 6,3 Milliarden Euro zulegte.
Der erste Härtetest für das überarbeitete Geschäftsmodell folgt am 12. Mai mit den Zahlen für das erste Quartal. Bis 2028 strebt das Management eine Steigerung der operativen Erträge auf rund 600 Millionen Euro sowie eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von acht Prozent an. Kurzfristige Impulse liefert dabei die Übernahme der Deutsche Investment Gruppe, die im laufenden Jahr etwa 40 Millionen Euro zu den Einnahmen beisteuern wird.
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