Die Deutsche Pfandbriefbank hat im ersten Halbjahr schwarze Zahlen geschrieben, obwohl die operativen Erträge deutlich zurückgingen. Das Institut kam mit 16 Millionen Euro Gewinn durch die ersten sechs Monate, während die Erträge von 206 auf 167 Millionen Euro sanken. Für Anleger ist das ein zwiespältiges Signal: Die Profitabilität bleibt erhalten, doch das Kerngeschäft schrumpft.
US-Rückzug kommt schneller voran als geplant
Beim Abbau des amerikanischen Immobilienportfolios liegt die Bank vor ihrem eigenen Zeitplan. Das Volumen sank von 3,1 Milliarden Euro Ende des vergangenen Jahres auf 2,7 Milliarden Euro zum Ende des ersten Halbjahres.
Bemerkenswert dabei: In den USA fielen keine zusätzlichen Risikokosten an, die Risikovorsorge für den gesamten Konzern belief sich auf lediglich 13 Millionen Euro. Das deutet darauf hin, dass die größten Altlasten aus dem US-Geschäft bereits abgearbeitet sind.
Im Neugeschäft der gewerblichen Immobilienfinanzierung zeigt sich zugleich ein positiver Trend. Das Volumen stieg um 0,5 Milliarden auf 3,1 Milliarden Euro, wobei der Anteil echter Neuzusagen von 23 auf 67 Prozent kletterte. Die Bank gewinnt damit wieder mehr originäres Geschäft, statt lediglich bestehende Engagements zu verlängern.
Notleidende Kredite konzentrieren sich auf deutsche Büros
Der Belastungsherd verschiebt sich jedoch nach Europa. Drei Kredite für Büroimmobilien mit einem Volumen von fast 300 Millionen Euro wurden notleidend. Das Gesamtportfolio problematischer Kredite in Europa wuchs damit auf 1,8 Milliarden Euro, nachdem es bereits im ersten Quartal um 200 Millionen Euro zugenommen hatte. Über die Hälfte dieser Engagements entfällt auf das Segment Büro, mehr als zwei Drittel liegen in Deutschland.
Diese Konzentration auf deutsche Büroimmobilien passt zur skeptischen Einschätzung, die Moody’s kürzlich abgegeben hat. Die Ratingagentur bewertete die Anleihen der Bank erstmals mit „Baa2″ bei negativem Ausblick und begründete dies mit einem anhaltend schwachen makroökonomischen Umfeld sowie begrenztem Erholungspotenzial für Gewerbeimmobilienengagements. Moody’s geht davon aus, dass die Bank zu weiteren Rückstellungen gezwungen sein wird.
Prognose bestätigt trotz Gegenwind
Für das laufende Geschäftsjahr hält die Bank an ihrer Prognose fest: Ein Ergebnis vor Steuern zwischen 30 und 40 Millionen Euro sowie ein Finanzierungsvolumen von 27 bis 28 Milliarden Euro sollen erreicht werden. Angesichts der Ertragsschwäche im ersten Halbjahr bleibt fraglich, wie viel Spielraum diese Ziele noch bieten, sollten in Europa weitere Kredite notleidend werden.
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit im Kursverlauf wider. Die Aktie notiert aktuell bei 3,27 Euro und damit deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 3,66 Euro – ein Zeichen dafür, dass der mittelfristige Trend nach unten zeigt. Seit Jahresbeginn hat das Papier 22 Prozent an Wert verloren, was die Skepsis der Anleger gegenüber dem Bankensektor mit Gewerbeimmobilien-Exposure unterstreicht.
Der Spagat zwischen operativer Stabilisierung im US-Geschäft und wachsenden Problemen bei deutschen Büroimmobilien dürfte die Aktie auch in den kommenden Monaten belasten. Solange sich die Lage auf dem heimischen Büromarkt nicht bessert, bleibt die Risikovorsorge ein Unsicherheitsfaktor für die Jahresprognose.
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