Der erhoffte Aufschwung im deutschen Außenhandel stockt. Nach einem bereits schwachen Juli sanken die Ausfuhren im August kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent auf 137,6 Milliarden Euro. Volkswirte hatten dagegen mit einem merklichen Zuwachs gerechnet.
Die Importe legten im Monatsvergleich um 0,9 Prozent zu. In der Folge verringerte sich der deutsche Außenhandelsüberschuss auf 19,5 Milliarden Euro, nachdem er im Juli noch bei revidierten 21,6 Milliarden Euro gelegen hatte. Von einer breiten Erholung kann vorerst keine Rede sein.
Schwächelndes US-Geschäft und Druck aus China
Vor allem die beiden größten Absatzmärkte senden gemischte Signale. In die Vereinigten Staaten lieferten die Unternehmen im Monatsvergleich 6,3 Prozent weniger Waren. Dennoch bleiben die USA mit Exporten im Wert von 13,5 Milliarden Euro der wichtigste Einzelkunde der deutschen Wirtschaft.
Komplexer gestaltet sich die Lage im Handel mit China. Zwar legten die Ausfuhren dorthin im August um 4,7 Prozent zu. In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 brachen die Lieferungen in die Volksrepublik jedoch um 12,9 Prozent ein.
Das Handelsdefizit mit Peking kletterte infolgedessen auf 76 Milliarden Euro. Marktbeobachter werten die Zahlen als Beleg für einen tiefgreifenden Strukturwandel: China wandelt sich zunehmend vom dankbaren Abnehmer zum industriellen Konkurrenten. Der Außenhandelsverband BGA forderte angesichts dieser Schieflage bereits regelkonforme Schutzmaßnahmen der Europäischen Union gegen Wettbewerbsverzerrungen.
Gedämpfte Aussichten für das Gesamtjahr
Der Dämpfer im Spätsommer bremst die Hoffnungen auf eine zügige Belebung. Nach Einschätzung von Volkswirten dämpften unter anderem niedrige Wasserstände auf wichtigen Flüssen die Warentransporte in den Sommermonaten.
Für das Gesamtjahr rechnet der Außenhandelsverband BGA dennoch mit einem moderaten Plus. Die Prognose für die deutschen Ausfuhren liegt bei einem Zuwachs von 1,0 Prozent auf 1.580 Milliarden Euro, nachdem zuvor nur mit einem Anstieg von 0,6 Prozent gerechnet worden war.
