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Deutsche Bank Aktie: US-Fantasie

Die Deutsche Bank kombiniert eine optimistische US-Marktprognose mit operativen Fortschritten wie der Wero-App und der Regulierung des Lübeck-Falls, was sich im Kurs auf einem 52-Wochen-Hoch widerspiegelt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Optimistische S&P-500-Prognose bis 8.000 Punkte
  • Schnelle Entschädigung nach Lübeck-Vorfall
  • Start des europäischen Bezahldienstes Wero
  • Aktie notiert auf neuem 52-Wochen-Hoch

Die Deutsche Bank geht bei ihrer US-Strategie in die Offensive – und liefert parallel im Tagesgeschäft wichtige Fortschritte ab. Im Mittelpunkt steht eine äußerst optimistische S&P-500-Prognose, flankiert von operativen Entscheidungen, die Reputationsrisiken begrenzen und die Position im Zahlungsverkehr stärken. Wie belastbar ist dieser Mix aus Wachstumsfantasie und Aufräumarbeit?

S&P-500-Prognose als Kurstreiber

Ende November sorgte das Research-Team der Bank mit einer sehr offensiven Markteinschätzung für Aufmerksamkeit: Bis Ende 2026 soll der US-Leitindex S&P 500 auf 8.000 Punkte steigen können. Diese Prognose liegt am oberen Ende der veröffentlichten Erwartungen und wirkt im Markt immer noch nach.

Im Kern setzt die Bank auf mehrere Treiber:

  • Starker KI-Investitionszyklus: Künstliche Intelligenz soll Produktivität und Margen in vielen US-Unternehmen deutlich anheben.
  • Höhere Ertragsbasis im US-Geschäft: Ein solches Umfeld würde Investmentbanking und Asset Management der Deutschen Bank in den USA strukturell stärken.
  • Signalwirkung: Mit der „Street-High“-Prognose demonstriert das Haus Vertrauen in die Widerstandskraft der globalen Wirtschaft.

Der Optimismus spiegelt sich auch im Kursbild wider: Die Aktie hat auf Zwölfmonatssicht deutlich zugelegt, auf Dollarbasis ergibt sich seit Jahresanfang ein Plus von über 130 %. Am Freitag schloss das Papier bei 39,66 US-Dollar – zugleich ein neues 52‑Wochen-Hoch.

Operative Themen: Lübeck und Wero

Neben der Makroperspektive haben konkrete Meldungen im Dezember zur Stabilisierung der Stimmung beigetragen.

  • Lübeck-Entschädigungen: Nach dem Einbruch in einer Filiale in Lübeck Ende 2024 hat die Bank vor Weihnachten bereits mehr als sieben Millionen Euro an betroffene Kunden ausgezahlt. Die schnelle Regulierung gilt als wichtiger Schritt, um das Reputationsrisiko einzugrenzen und das Thema zügig abzuschließen.
  • Start der Wero-App: Mitte Dezember ist der neue europäische Bezahldienst „Wero“ gestartet. Die Einbindung in das Angebot von Deutscher Bank und Postbank soll die Position im digitalen Zahlungsverkehr verbessern und die Abhängigkeit von US-Anbietern reduzieren.

Beide Punkte zahlen auf das Bild eines Instituts ein, das operative Altlasten adressiert und zugleich neue Ertragsquellen in zukunftsträchtigen Bereichen wie Payments erschließen will.

Charttechnik und Sentiment

Charttechnisch zeigt die Aktie nach der jüngsten Rally ein festes Bild. Kurzfristig dominiert ein intakter Aufwärtstrend. Der Kurs notiert deutlich über den mittelfristigen Durchschnittslinien, was die Stärke der Bewegung unterstreicht:

  • Schlusskurs (Freitag): 39,66 US-Dollar
  • 52‑Wochen-Hoch: 39,66 US-Dollar
  • 50‑Tage-Durchschnitt: 31,67 US-Dollar
  • 200‑Tage-Durchschnitt: 27,92 US-Dollar

Der Abstand zur 200‑Tage-Linie von über 40 % signalisiert allerdings auch eine fortgeschrittene Bewegung. Der 14‑Tage-RSI liegt mit rund 56 Punkten im neutralen Bereich, was weder eine klare Überkauf- noch eine Überverkauft-Situation anzeigt, aber auf eine Phase erhöhter Dynamik bei hoher Jahresperformance hinweist.

Fazit: Fantasie trifft Umsetzung

Die Deutsche Bank profitiert derzeit von einem Zusammenspiel aus ambitionierter US-Marktprognose und sichtbarer operativer Umsetzung. Die S&P‑500‑Einschätzung auf 8.000 Punkte bis 2026 untermauert die Wachstumsfantasie im US-Geschäft, während die zügige Regulierung des Lübecker Falls und der Start der Wero-App Handlungsfähigkeit zeigen. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob das aktuell erreichte Kursniveau nahe dem 52‑Wochen-Hoch als neue Basis etabliert werden kann; dafür spricht der intakte Aufwärtstrend, dagegen der bereits große Abstand zu den zentralen Durchschnittslinien.

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Diskussion zu Deutsche Bank

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.