Rekordgewinne und geplante Ausschüttungen auf der einen Seite, eine Selbstanzeige wegen möglicher Sanktionsverstöße auf der anderen. Bei der Deutschen Bank prallen kurz vor den Quartalszahlen zwei Welten aufeinander. Das Frankfurter Geldhaus muss dem Kapitalmarkt erklären, wie russische Kundengelder die gesetzlichen Limits überschreiten konnten.
Task Force prüft Konten
Im Kern geht es um Depots von Privatkunden mit russischem oder belarussischem Pass. Seit dem Angriff auf die Ukraine gilt für diese Gruppe eine strikte Obergrenze von 100.000 Euro bei Instituten in Deutschland. Diese Schwelle wurde offenbar überschritten. Häufig passiert dies ohne aktives Zutun, etwa wenn Wertpapiere in einem Depot an Wert gewinnen.
Die Bank meldete den Vorgang proaktiv der Aufsichtsbehörde. Regulatoren werten solche Selbstoffenbarungen bei der Strafzumessung in der Regel positiv. Parallel dazu hat das Institut eine interne Task Force unter der Leitung von Yiping Li eingerichtet, die direkt an Privatkunden-Vorstand Claudio de Sanctis berichtet.
Höhere Dividende trotz Gegenwind
Ungeachtet der regulatorischen Störfeuer hält das Management an seiner Ausschüttungsstrategie fest. Für das abgelaufene Geschäftsjahr schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor. Hinzu kommt ein laufendes milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Die kumulierten Kapitalausschüttungen der vergangenen Jahre übertreffen damit das ursprüngliche Ziel der Bank.
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An der Börse verpuffte diese Fantasie zuletzt. Die Aktie notiert aktuell bei gut 27 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 19 Prozent an Wert verloren. Damit bewegt sich das Papier deutlich unter der 200-Tage-Linie.
Personalwechsel auf der Hauptversammlung
Ende Mai versammeln sich die Anteilseigner zur Präsenz-Hauptversammlung in Frankfurt am Main. Auf der Tagesordnung steht eine prominente Personalie. Henkel-Chef Carsten Knobel wird als neues Mitglied für den Aufsichtsrat vorgeschlagen und soll Frank Witter ersetzen.
Der nächste Härtetest folgt am 29. April. Die Bank präsentiert an diesem Tag ihre Ergebnisse für das erste Quartal und bestätigt vorab das Erlösziel von 33 Milliarden Euro für das laufende Jahr. Im begleitenden Analystenaufruf wird das Management detailliert Stellung beziehen müssen, wie die internen Kontrollsysteme nach der Selbstanzeige nachgeschärft werden.
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