Die Deutsche Bank hat am gestrigen Donnerstag mit einem Schlusskurs von 35,70 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht. Damit setzt das Papier seinen positiven Lauf der vergangenen Tage fort. Den entscheidenden Impuls für die jüngste Aufwärtsbewegung lieferte am Mittwoch die Investmentbank Goldman Sachs, die ihre Einschätzung für das Frankfurter Geldhaus revidierte.
Strategischer Erfolg im China-Geschäft
Die Analysten von Goldman Sachs stuften die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und passten das Kursziel deutlich an. Medienberichten zufolge wurde die Zielmarke von zuvor 37,00 Euro auf nun 43,75 Euro angehoben. Diese Neubewertung erfolgt vor dem Hintergrund einer stabilen operativen Entwicklung und strategischer Fortschritte im internationalen Geschäft.
Am Dienstag gab das Institut bekannt, dass die People’s Bank of China die Deutsche Bank als RMB-Clearing-Bank für Europa mit Sitz in Frankfurt benannt hat. Nach eigenen Angaben ist das Haus damit die erste europäische Bank, die diese spezifische Funktion übernimmt.
Diese Ernennung stärkt die Rolle der Bank im globalen Zahlungsverkehr und im Handel mit der chinesischen Währung. Parallel dazu erhielt das Institut am Dienstag Auszeichnungen als „Best Asia FX NDF House“ sowie erneut als „FX House of the Year – South Korea“, was die Positionierung im asiatischen Devisengeschäft festigt.
Effizienzprogramm und Kapitalrückgabe
Neben der globalen Expansion stehen interne Strukturverbesserungen im Fokus. Wie Reuters am 27. August berichtete, meldete die Bank Fortschritte bei der Vereinfachung ihrer technologischen Infrastruktur im Privatkundengeschäft.
Das Management hat sich für ein neues Kernbankensystem entschieden, um die Anzahl der genutzten Systeme von 15 auf nur noch zwei zu reduzieren. Dieser Schritt soll die Komplexität der bisherigen Technologie verringern und langfristig zur Kostensenkung beitragen.
Zusätzlich wird der Aktienkurs durch direkte Kapitalrückgaben an die Anteilseigner gestützt. Am 25. August startete ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 500 Millionen Euro. Zuvor hatte die Bank bereits ein Rückkaufprogramm über eine Milliarde Euro erfolgreich abgeschlossen. Diese Maßnahmen flankieren den positiven Trend des Papiers, das derzeit 11 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 32,17 Euro notiert.
Anleger richten ihren Blick nun auf das Monatsende. Für den 30. September hat die Deutsche Bank die Veröffentlichung ihrer Ergebnisübersicht für das dritte Quartal angekündigt, im Rahmen derer eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren stattfinden soll.
Im makroökonomischen Kontext beobachtet die Forschungsabteilung der Bank zudem die US-Geldpolitik. Nach dem Auftritt des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh in Jackson Hole Ende August rechnet das Haus mit möglichen Zinserhöhungen im September und Dezember.
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