Ein Systemwechsel dieser Größenordnung erinnert nicht zufällig an ein schmerzhaftes Kapitel. Die Deutsche Bank wagt sich erneut an ihr Kernbankensystem im Privatkundengeschäft – dort, wo vor drei Jahren die Postbank-Migration zum Debakel geriet und den Gewinn über mehrere Quartale belastete.
Diesmal soll es anders laufen. Für das Privatkundengeschäft und das Segment vermögender Sparer plant das Institut die Einführung der cloudbasierten Plattform Vault Core des britischen Anbieters Thought Machine. Das System bündelt Kunden-, Konto- und Kreditdaten sowie Transaktionen aus dem Meldewesen – das technische Rückgrat der gesamten Sparte.
Von 15 auf zwei
Die Dimension der Vereinfachung ist beachtlich. Von aktuell 15 Kernbankensystemen soll die Zahl auf lediglich zwei sinken, ein Ziel, das der Vorstand bereits auf dem letzten Kapitalmarkttag skizziert hatte.
Ab kommendem Jahr soll Vault Core parallel zu den bestehenden Systemen laufen, über eine mehrjährige Übergangsphase hinweg. Der Vertrag mit Thought Machine ist auf zehn Jahre angelegt – Größenordnungen, die zeigen, wie ernst die Bank das Vorhaben nimmt.
Namhafte Konkurrenz nutzt die gleiche Technologie bereits. JPMorgan, Intesa Sanpaolo und Standard Chartered zählen zu den Thought-Machine-Kunden, was der Deutschen Bank zumindest Referenzpunkte für die Umsetzung liefert.
Finanziell ist das Vorhaben Teil eines größeren Effizienzprogramms. Bis 2028 will die Bank insgesamt 600 Millionen Euro in IT, Betriebsabläufe und künstliche Intelligenz investieren, um dauerhaft 300 Millionen Euro pro Jahr einzusparen. Die Kosten-Ertrags-Quote soll bis Jahresende unter 65 Prozent fallen, bis 2028 unter 60 Prozent.
Der Vorstand konnte seine Kostenziele in den vergangenen Quartalen zuverlässig erreichen – eine Bilanz, die dem neuen IT-Projekt zumindest einen Vertrauensvorschuss verschafft. Ob sich die Investition auszahlt, hängt maßgeblich davon ab, ob die Migration reibungsloser verläuft als beim Postbank-Fall. Die kommenden Jahre der parallelen Systemführung werden zeigen, wie belastbar die neue Architektur im Ernstfall ist.
Deutsche Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Bank-Analyse vom 28. August liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
